Sein Gesundheitszustand zählt wahrscheinlich zu den bestgehüteten Geheimnissen der Welt. Wie geht es Michael Schumacher? Dem großen Formel 1-Champion. Mit Informationen dazu wollten die drei Angeklagten das ganz große Geld machen. So lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. 900 Fotos und 600 Videos sollen sie besessen haben.
Wolf-Tilman Baumert, Staatsanwaltschaft Wuppertal: "Diese Daten sind hochbrisant. Wir haben hier einerseits Bilder der Familie, auch von Herrn Schumacher selbst. Sowohl vor als auch nach dem Unfall. Und wir haben eine Kopie der Krankenakte bei den Daten und das gibt schon erheblichen Aufschluss des Gesundheitszustands von Herrn Schumacher."
Der Angeklagte Markus F. hat in der Vergangenheit für die Familie Schumacher gearbeitet. So soll er an die sensiblen Daten gekommen sein. DIE hat er laut Anklage an die anderen beiden Mittäter weitergegeben. Yilmaz T. und Daniel L. - Vater und Sohn. Die zwei Männer aus Wuppertal meldeten sich angeblich dann bei den Schumachers und forderten 15 Millionen Euro. Sollte das Geld nicht fließen - drohten sie, die Dateien ins Darknet zu stellen.
Valerio Magno, RTL-Reporter: "Der Angeklagte Yilmaz T. hat in seinem letzten Wort gesagt, es tut mir leid, ich schäme mich. Schon am zweiten Tag im Gefängnis wurde mir klar, was ich für einen Scheiß gebaut habe. Sein angeklagter Sohn Daniel L. hat sich bei der Familie entschuldigt, der Dritte Markus F. hingegen hat lediglich gesagt, er schließe sich den Worten seines Anwalts an."
Drei Jahre muss der Hauptangeklagte Yilmaz T. hinter Gitter. Sein Verteidiger rechnete bereits vorab mit einem milden Urteil, vor allem, weil der Erpresser von Anfang an geständig war.
Oliver Doelfs, Verteidiger: "Er hat das, was er wusste, zu Mittätern. Woher die Festplatten kommen, woher die Daten kommen, die auf den Festplatten sind, das hat er bereits bei der Haftbefehlsverkündung preisgegeben."
Die Urteile für die beiden Mittäter: zwei Jahre auf Bewährung für Markus F. sowie sechs Monate auf Bewährung für den Sohn des Hauptangeklagten Daniel L. Kein zufriedenstellendes Urteil für die Schumachers:
Jan Heikrodt, RTL-Reporter: "Das hat man ganz klar gesehen. Denn Sie haben ja als Nebenklage deutlich höhere Haftstrafen gefordert und überlegen jetzt sogar, in die nächste Instanz zu gehen. Und man muss ja auch wissen, eine Festplatte mit vielen Fotos und Videos des Rennfahrers, die fehlt eben. Die ist unauffindbar."
Das beunruhigt die Familie. Denn in den Jahren nach dem schweren Skiunfall in Meribel war der Familie vor allem eines heilig: Dass niemand in der Öffentlichkeit erfährt, wie es nach den schweren Kopfverletzungen wirklich um Michael Schumacher steht.