Daniel Matysik ist 39 Jahre alt, als er spurlos verschwindet. Sechs Jahre später stehen seine Freunde wegen Mordes an ihm vor Gericht. Doch die beiden scheinen eine Strategie zu haben…
Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Olaf C. und Robert S. haben Daniel entführt, um Lösegeld zu erpressen. Am 17. November 2016 sollen sie Daniel zuhause abgeholt haben, unter dem Vorwand sich eine Immobilie anzuschauen. Während der Fahrt soll plötzlich einer der Angeklagten eine Waffe auf Daniel gerichtet und ihm in den Kopf geschossen haben.
Thomas Hauburger, Staatsanwalt: "Im Anschluss an die Tat sollen die Angeklagten den Leichnam auf das Gehöft gebracht haben, in ein Nebengebäude, und einer der Angeklagten soll dann den Leichnam zerstückelt haben und in einem Gewässer versenkt haben."
Jahrelang suchen die Eltern von Daniel nach ihm, auch Jugendfreund Olaf C. beteiligt sich an der Suche. Doch dann kommen Ermittler dem Duo auf die Spur: Olaf C., Mathe-Lehrer an einer Schule in Hanau, meldet sich bei der Polizei und belastet den Mitangeklagten. Die Schüler von Olaf C. können damals nicht fassen, was ihr Lehrer getan haben soll.
Gina Mahlke, ehemalige Schülerin von Olaf C.: "Der Angeklagte war ein unheimlich guter Lehrer, einfühlsam, hat Schüler mit Problemen aufgenommen, hat einen guten Unterricht gemacht."
Doch auch Robert S. bricht sein Schweigen und gibt zwar zu, die Leiche zerstückelt und im Starnberger See versenkt zu haben. Geschossen habe er aber nicht. Von der Leiche und der Tatwaffe fehlt bis heute jede Spur.
Beschuldigen sich die mutmaßlichen Täter jetzt gegenseitig, um nicht verurteilt zu werden? Ein Plan, der vor Gericht scheitern könnte, so Kriminalpsychologe Martin Rettenberger.
Martin Rettenberger, Kriminalpsychologe: "Nachdem doch viele Beweise vorgelegt wurden, spricht es stark dafür, dass eine Person zu Tode gekommen ist und sehr wahrscheinlich mit einem klaren Vorsatz. Deswegen ist die Strategie sich gegenseitig zu beschuldigen, um mehr Zweifel zu streuen. Ich halt's für unwahrscheinlich, dass es aufgehen wird."
Ob es zu einer Verurteilung kommt, entscheidet heute das Gericht. Dann will auch Daniels Vater erstmals mit uns sprechen, hoffentlich mit der Gewissheit was mit seinem Sohn vor sechs Jahren passiert ist.