Das hätte die Familie nicht erwartet als sich Sohn Raphael im vergangenen Sommerurlaub in Österreich einen Lederball von Puma kaufte:
Der Hersteller aber sieht bei sich keine Schuld. Dabei hat der 9jährige Raphael mit dem wertvollen Ball gar nicht gespielt, wollte ihn zuhause in die Vitrine stellen. Ich besuche die Familie in Bürstadt in Hessen.
Seit dem Vorfall hört Marc Rother auf dem rechten Ohr nur noch 10 %, auf dem linken Ohr sind es auch nur noch 60%. Er muss seitdem Hörgeräte tragen, hat einen Tinnitus, dauerhafte Kopfschmerzen und häufig Schwindel. Heute hat er einen Termin bei seiner Ärztin
Das Ganze ist also noch tragischer als ich es am Anfang erwartet hätte.
Zurück zuhause sind die Zwillingsgeschwister Rafael und Isabella nun auch von der Schule zurück.
Polizist Marc Rother ist seit dem Vorfall krankgeschrieben und kann nicht arbeiten. Er leidet jetzt nicht nur unter den Gehörbehinderungen, dauerhaftem Tinnitus und Kopfschmerzen:
Marc Rother will die Sache so nicht auf sich beruhen lassen und hat sich deshalb an uns gewandt:
Zugegeben für mich klingt es schon unglaublich dass so ein Ball einfach platzt und dabei auch noch so einen Hörschaden auslöst. Ich bin mit Zeuge Dennis Raschke per Videochat verabredet.
Seit Monaten setzt sich der Familienvater nun mit dem Sportartikelhersteller Puma auseinander, schickt Atteste und Nachweise. Alles wird geprüft und doch ist er noch nicht wirklich weiter gekommen.
Ich will der Familie helfen und setze mich mit Rechtsanwalt Dr. Sven Jürgens zusammen. Er prüft den Fall.
Während Dr. Sven Jürgens und ich versuchen, das Ganze mit der Versicherung voran zu treiben, treffe ich mich zunächst noch mit RTL-Versicherungsdetektiv Timo HeitmannDie Frage ist doch tatsächlich warum der Ball einfach so platzen konnte.
Um der Ursache des Unfalls etwas näher zu kommen, wollen Timo Heitmann und ich mal testen, ab wann so ein Ball tatsächlich platzt. Ich habe im Vorfeld ein identisches Modell besorgt. Wir fangen mit einer normalen Fahrradpumpe an. Vorgegeben sind maximal 0.6 Bar, die haben wir sehr schnell erreicht.
Der Ball könnte aber zu sehr aufgepumpt worden sein. Jetzt wollen wir mal schauen, ab wann der Ball wirklich platzt. Wir wollen jetzt mit einem Kompressor ordentlich Luft in den Ball blasen und Druck geben.
Zur Sicherheit setzen wir uns alle Schutzkleidung auf. Auch das Kamerateam.
Mit einer entsprechenden App wollen wir sehen, welche Lautstärke die mögliche Explosion verursacht.
Wir warten gespannt. Die Explosion kommt schneller als erwartet:
Der Knall hat 93 Dezibel verursacht. Laute Geräusche ab ca. 85 Dezibel Schalldruck können übrigens schon das Gehör schädigen und ein akustisches Trauma auslösen.
Der Ball ist bei 6 bar geplatzt. Soviel pumpt man in etwa in einen Rennradreifen hinein.
In der Zwischenzeit hat Dr. Sven Jürgens Nachricht von Puma, bzw. deren Versicherung erhalten. Man ist sich weiterhin keiner Schuld bewusst:
„Der behauptete Unfallhergang ist nicht plausibel. Ein Ball platzt nicht ohne äußere Ursache. Es ist zu vermuten, dass der Ball von Ihrem Mandanten zu stark aufgepumpt oder anderweitig unsachgemäß verwendet worden ist.“
Auch bei Puma reagiert ganz ähnlich.
„Wir unterziehen die von uns verkauften Bälle auch regelmäßigen Produkttest, um Materialfehler auszuschließen. Uns ist nicht bekannt, dass ein Ball dieser Machart jemals geplatzt ist.“
Mit Marc Rother bespreche ich nochmal die aktuelle Situation:
Das bedeutet also, dass die Familie mit Hilfe von Dr. Jürgens hier um eine gerichtliche Auseinandersetzung leider nicht herumkommen wird.