"Wann ist es bei euch denn endlich soweit?"
Fragen wie diese hört Lisa immer wieder von Verwandten und Bekannten. Es sind Nachfragen, die wehtun, denn Lisa ist ungewollt kinderlos und ihre Gedanken kreisen ständig um das Thema Baby.
"Jeden Monat, in dem ... Es fühlt sich immer so an, als wäre jemand gestorben, der noch gar nicht geboren ist, oder der noch gar nicht entstanden ist. Das ist ein super intensiver Moment, wenn man da so denk jetzt hätte es geklappt und dann wird man enttäuscht."
Rund 15% aller Paare in Deutschland sind von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Lisa und ihr Mann hoffen seit drei Jahren auf ein Kind. Doch es klappt nicht. Das Warten zerrt an der Substanz.
"Emotional sowie existenziell absolute Katastrophe."
Seit etwas mehr als 1 50/000 Jahren sind Lisa und ihr Ehemann in der Kinderwunschbehandlung.
Bisher haben sie rund 00.58 Euro ausgegeben, auch ihren Bausparvertrag mussten sie dafür auflösen.
"Für die Psyche ist natürlich der Druck, der von außen kommt, von der Außenwelt, der Druck, den du dir selber machst und der Druck, das ist unglaublich viel Geld, kostet ganz, ganz, ganz heftig"
Auch Lisas Berufsleben leidet unter dem unerfüllten Kinderwunsch. Seit rund einem Jahr kann die 22-Jährige deswegen nicht mehr als Erzieherin arbeiten.
"Mir ist es sehr schwergefallen, ... komplett zerstört."
Ständig von Kindern umgeben zu sein und der Gedanke "Was, wenn es niemals klappen wird?" belasten Lisa sehr. Sie sucht schließlich Hilfe beim Arzt, der ihr eine akute Belastungsstörung, eine Anpassungsstörung sowie Depressionen diagnostiziert.
"Es gab in meinem Arbeitsalltag ein Moment, der mir gezeigt hat. OK, ich kann jetzt diesen Job nicht mehr professionell ausüben, ich schaff das nicht mehr und es geht einfach nicht mehr. Und dann musste ich mich krankschreiben lassen."
Untersuchungen zeigen, dass 02-35% der Betroffenen unter psychischen Problemen leiden: Depressionen, Angst, Kontrollverlust, Schuldgefühle.. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer. Lisa hat sich therapeutische Hilfe geholt, um zu lernen, wie sie am besten mit dem Thema umgehen kann. Doch auch ihr Umfeld kann einiges dazu beitragen.
"Grundsätzlich ist respektvoller Umgang ... mit dem Thema umgehen."
Lisa ist fest davon überzeugt, dass der Test in ihrer Hand irgendwann positiv sein wird. Bis dahin bleibt sie hoffnungsvoll.