GLÜCKLICH ist Lisa Paus mit den geplanten Einsparungen selbst nicht. Paare mit mehr als 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr sollen kein Elterngeld mehr bekommen. Paus verweist auf Sparvorgaben aus dem Finanzministerium - und spricht im ntv-Interview von der sozialverträglichsten Lösung.
Lisa Paus, Bundesfamilienministerin, Grüne (14 Sek):
"Das ist gleichstellungspolitisch nicht die beste Maßnahme, aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen habe ich mich dafür entscheiden müssen. Ich glaube, es ist besser als bei jedem einzelnen sozialpolitisch zu kürzen."
Neben Gewerkschaften, Sozialverbänden, SPD und Union kritisiert ausgerechnet die FDP die Kürzungen scharf. Dabei kam die ursprüngliche Idee zur Elterngeld-Reform laut Handelsblatt von Finanzminister Lindner. Der rät seiner Kollegin auf Twitter, sie solle doch "ihren Konsolidierungsbeitrag in anderer Weise erbringen".
Die Unternehmerin und dreifache Mutter Verena Pausder hat eine Petition gegen die Pläne aus dem Familienministerium initiiert. Denn die seien auch für Besserverdienende ein Problem.
Verena Pausder, Unternehmerin:
"Weil sie damit nicht geplant haben. Weil sie wahrscheinlich darüber nachdenken, ob sie überhaupt Kinder bekommen. Und weil typischerweise die Frau dann zuhause bleibt, weil die meistens weniger Netto hat. Und das ist dann ein Rückschlag für die Gleichberechtigung."
Andere stellen in Frage, wie dringend Spitzenverdiener das Elterngeld wirklich brauchen. Zumal die Zahl der Betroffenen - mit rund 60.000 Familien laut Familienministerin Paus - vergleichsweise gering ist. INSGESAMT floss das Elterngeld von bis zu 1.800 Euro monatlich vergangenes Jahr an etwa 1,4 Millionen Frauen.