Hinter diesen Mauern soll ein Folterverlies liegen. Im Keller dieses verwahrlosten Hauses soll das mutmaßliche Opfer, eine 27-jährige Frau, monatelang gefangen gehalten worden sein. Wir sind im tschechischen Sierem, circa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Es ist eine kleine Gemeinde. Nur 68 Menschen leben hier.
In diesem ruhigen und beschaulichen Ort stehen zwar einige Häuser, viele wirken jedoch unbewohnt. Und so trifft man auch kaum Menschen auf der Straße.
Hier soll der mutmaßliche Täter Karel N. Die junge Frau, seit November 2024 gefangengehalten, mehrfach vergewaltigt und gefoltert haben. Am vergangenen Wochenende konnte sich die 27-jährige schließlich befreien. Eine Anwohnerin schildert tschechischen Medien die Frau hätte furchtbar ausgesehen. Ihr Kopf sei kahl rasiert. Sie sei nur noch Haut und Knochen gewesen. Die Polizei bestätigt auf unsere Anfrage.
Im Zusammenhang mit diesem Fall haben wir einen 40-jährigen Mann festgenommen und ihn anschließend wegen Freiheitsberaubung, Vergewaltigung und Erpressung angeklagt.
Der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Laut Polizei droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren, und er ist schon polizeibekannt. 2022 wurde Karel N. Schon einmal verurteilt. Damals soll er eine 22-jährige Frau ebenfalls in ein Haus gelockt und dort mehrere Tage misshandelt haben.
Es handelte sich um eine Tat, die unter anderem als Vergewaltigung und Einschränkung der persönlichen Freiheit eingestuft wurde. Der Angeklagte wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Damals kommt er aber mit einer Bewährungsstrafe davon. Und er soll bei der Tat nicht allein gehandelt haben. Die 27-jährige, die jetzt ihrem Folterverlies entfliehen konnte, soll ihm damals geholfen haben.
Laut tschechischen Medienberichten handelt es sich bei dem Opfer um die Expartnerin des Täters und sie könnte in dem Verbrechen vor etwa vier Jahren als Mittäterin verwickelt gewesen sein.
In dem schrecklichen Fall sind noch viele Fragen ungeklärt, auf die sich jetzt die tschechischen Ermittler Antworten erhoffen.