Die Rauchsäule über der kroatischen Küste ist gewaltig, sie verdunkelt teilweise die Sonne. Das Feuer in den Kieferwäldern brennt bereits seit Tagen, doch jetzt haben die Retter offenbar die Kontrolle verloren. Die Menschen verzweifelt:
Ivan Mimica, Anwohner: "Ein Freund rief mich an und sagte, dass er Herzprobleme hat. Seine Frau sei im Haus gefangen und habe eine Panikattacke. Er flehte mich an, sie zu retten, aber ich kann nicht, die Polizei hat die Straße abgesperrt."
Der Großbrand trifft eine Ferienregion an der kroatischen Adriaküste, etwa 30 Kilometer südlich von Split. Betroffen ist ein etwa vier Kilometer breiter Abschnitt zwischen den Orten Maruschizi und Piisak. Ferien-g äste und Einheimische mussten beide Orte verlassen.
Stipe Cogelja, Vizepräsident des Bezirks Split-Dalmatien: "Wir haben Informationen, dass sich die Menschen in der Nähe des Meeres aufhalten und dass das Feuer das Gebiet er-reicht hat. Wir haben alle Rettungsdienste alarmiert und arbeiten daran, sie zu retten."
Den Urlaubern in den angrenzenden Orten bietet sich ein unwirkliches Bild: Löschflugzeuge, die über den brennenden Hängen Wasser abwerfen, um dann sofort wieder auf dem offenen Meer aufzutanken.
Das Feuer wurde offenbar absichtlich gelegt.
Sinisa Mihanovic, Polizei Split-Dalmatien: "Wir untersuchen im-mer noch die Brände der letzten Tage. Sie sind ohne jeden Zweifel absichtlich gemacht, wir untersuchen also einen Kriminalfall."
Der Kampf gegen die Flammen an den steilen Hängen stellt die Einsatzkräfte vor technische und körperliche Herausforderungen. Und er wird zusätzlich erschwert durch Trockenheit, starke Winde und Temperaturen über 30 Grad.