Jeden Morgen um 9:30 Uhr zieht Claudia Vogt los, um die Straßenhunde in Antalya zu füttern. Seit 27 Jahren macht sie das nun - kümmert sich liebevoll um alle - vermittelt einige Hunde auch nach Deutschland.
{Cut 3} "Komm her mein Schatz, wo ist denn meine Mukki-Maus?"
Mit Hilfe von Spenden an ihren Verein "Cloudys Pfötchenhilfe" finanziert die 59-Jährige auch Medikamente, Impfungen und Kastrationen. Eigentlich die Arbeit der türkischen Regierung. Doch viel mehr leisten vor allem Freiwillige wie Claudia. Aber damit könnte bald Schluss sein.
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Im August beschließt Erdogans Regierung: Alle rund vier Millionen Straßenhunde sollen bis 2028 eingesammelt werden. Die kranken oder aggressiven werden eingeschläfert. Alle anderen bleiben im Tierheim.
Doch offenbar will das Landwirtschaftsministerium nicht mehr länger warten, bis genug Tierheime gebaut wurden. Die Hunde sollen sofort weg. Ansonsten droht den Städten eine Geldstrafe von umgerechnet fast 2.000 Euro PRO HUND.
Doch die Zustände in einigen Tierheimen sind katastrophal. Kaum geschultes Personal, Medizin oder Futter. Gesunde und kranke Hunde kommen gemeinsam unter. Für die meisten, ein sofortiges Todesurteil.
Aufsager Irem Barlin, RTL-Reporterin in Antalya
"Wir haben die Tierärztekammer für ein Interview angefragt, allerdings trauen sie sich nicht vor der Kamera mit uns zu sprechen. Sie haben allerdings am Telefon betont, dass die aller meisten Tierärzte im Land NICHTS von diesem Gesetz halten. Es sei viel zu ausdehnbar und nicht genau definiert, was dazu führen kann, dass am Ende Hunde doch eingeschläfert werden, auch wenn das stand jetzt nicht Teil des Gesetzes ist."
Und die Beführchtungen sind wahr geworden: Hunde die brutal eingefangen werden, in überfüllten Tierheimen verwarlosen, betäubt und erstickt oder sogar lebendig begraben werden. Auch zu Kannibalismus soll es schon gekommen sein.
{Cut 22} "Das ist ein Freibrief. Die werden ja nicht mehr dafür belangt." // {Cut 23} Kein Lebewesen hat gefragt, ob es auf die Welt darf. Der Mensch hat nicht das Recht, diese Tiere zu töten."
Die Oppositionspartei CHP fordert: Hunde eingefangen, kastriert und an Ort und Stelle wieder freilassen. Sie haben bereits Klage beim Verfassungsgericht gegen das Gesetz der AKP eingereicht. Eine Antwort des Gerichts steht bis heute noch aus.