Ein Pony im Aufzug - und nach kurzem Rangieren mitten auf dem Flur. Grund für diesen nicht gerade alltäglichen Anblick: Die Shetland-Ponyschwestern Lisa und Lena besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz „Wohnvoll Village“ - und die vierbeinigen Gäste kommen richtig gut an!
„Das macht schon spaß, muss ich sagen. Da wird einem auch die Angst genommen, vor so einem Tier. Da wird das zum Streichelzoo hier.“
Zwei Mal im Monat besuchen Nicola Teichmann und Tochter Leonie mit ihren Shettys verschiedene Seniorenresidenzen in Niedersachsen. Inspiriert von der Besuchshund-Tätigkeit ihrer Hündin Nala im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), kommt Nicola Teichmann die Idee: Ihre zwei zahmen Ponys könnten dies auch.
„Diese beiden sind einfach nett, weil sie nicht biestig sind und nicht schlecht gelaunt sind. Das macht das schon aus.“
So brav, dass sie auf Wunsch sogar auf’s Zimmer kommen. Die 92-jährige Lisa Michalski freut’s. Die tierische Aktion soll Bewohnerinnen und Bewohnern schöne Momente bescheren und Glücksgefühle wecken.
"Viele Bewohner aus dieser Generation sind mit Tieren groß geworden und haben auch Pferde gehabt, was ich so von manchen gehört habe. Ich denke, da gibt es auch gute und schöne Erinnerungen an die Kindheit.“
„Wir finden die Integration von tiergestützter Therapie sehr wertvoll und sind froh, dass wir da Anbieter finden, die uns unterstützen.“
Und bei so einem netten Besuch, wird auch schon mal eine Verabredung für's Wiedersehen getroffen.
"Kommst du mich wieder besuchen?"
Na, ganz gewiss. Denn in der Senioren-Residenz in Bad Bevensen sind alle von den positiven Effekten der Pony-Besuche überzeugt: Nach der Tagespflege, werden sie nun auch Teil des stationären Pflegeangebots.
"Wir haben das fest implementiert – bei uns heißt es „Aktivitätenplan“ – dass die Ponys eben ein Mal im Monat kommen. Und abhängig davon, was für Bewohner wir aktuell haben und wie mobil das ist, sowohl in einer großen Gruppe oder auch besuchsweise in den Zimmern im stationären Bereich als auch in der Bewegung, dass man bei uns durch den Park geht oder hier etwas fußläufig im Dorf unterwegs ist.“
Und auch Pony-Besitzerin Nicola Teichmann kommt gerne wieder. Für sie ist das ehrenamtliche Engagement eine Herzensangelegenheit.
„Ach, ich freue mich über jedes Mal wenn ich angerufen werde und gefragt werde, ob ich Zeit habe. Das reicht mir, mehr will ich gar nicht."
"Erinnerungen habe ich daran, wenn die Menschen zum Beispiel in so einem dementen Zustand sind und nicht ansprechbar sind. Die Ponys kriegen das aber hin, indem sie an den Händen rumschnuppeln und die Menschen ansprechbar machen, eine Reaktion herauszukitzeln. Das finde ich toll."
"Jeder wird von uns alt. Und wir wünschen uns alle, nicht irgendwo abgestellt zu sein, sondern immer noch etwas zu haben, auf das man sich freuen kann."
Und freuen können sich in Bad Bevensen nicht nur die menschen, sondern auch die Ponys. Denn bei jedem Besuch, gibt´s zusätzlich zur knackigen Leckerei ja auch die passende Streicheleinheit.