Abends in der Dämmerung kann man kaum etwas sehen. Genau so geht es jetzt vielen Autofahrern. Bei Dämmerung und Dunkelheit sind Fußgänger und Radfahrer schwer zu erkennen. Auch Familie Künstler hat Angst, nicht gesehen zu werden.
Juliane Künstler - Mutter: Wir fühlen uns absolut nicht sicher, wenn es dunkel ist, mit dem Kind oder auch morgens zur Schule. Da hätten wir natürlich gern mehr Sicherheit, dass sie deutlicher erkennbar ist.
Und deshalb macht Familie Künstler den Test und probiert reflektierende Kleidung und Produkte zum Kleben und Klippen aus - Auf einem Verkehrssicherheitsplatz des ADACs. Dort wird Reporterin Luisa Junker mehrere Runden fahren. Wann wird sie die Familie entdecken?
Luisa Junker, Reporterin: Das ist krass, weil man wirklich gar nichts sieht. Ganz ehrlich, ich kann hier schon anhalten. Also schon echt erschreckend.
Los geht's mit der reflektierenden Kleidung. Eine Jacke für 85€, ein Schal für 33, eine Mütze für 45 und einen Rucksack-Überzug für 25€.
Familie Künstler: So fühlt sich der Stoff schon mal gut an, ist auch schön gefüttert. Es ist auf jeden Fall schön großflächig. Sie ist schön leicht. Ich glaube, damit bist du gut sichtbar.
Auch Schal, Mütze und Regencover schauen sich die drei genauer an. Alle Produkte sehen bei normalen Lichtverhältnissen eher unauffällig aus. Wie ist das bei Dunkelheit? Auf dem Sicherheitsgelände kennzeichnen wir eine Strecke von 150 Metern. Luisa fährt mit 20 Kilometern pro Stunde. Im ersten Durchgang trägt die Familie noch keine reflektierenden Sachen.
Luisa Junker, Reporterin: Das ist krass, wenn man wirklich gar nicht sieht. Jetzt hätte ich. Wir sind gerade, glaube ich, bei ungefähr 20 Metern davor. Also schon echt erschreckend.
Bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h bräuchte Luisa einen Bremsweg von 25 Metern, käme also nicht rechtzeitig zum Stehen. Mit reflektierender Kleidung sieht das schon anders aus:
Luisa Junker, Reporterin: Ich kann hier tatsächlich sofort stoppen, weil ich sehe zwei Personen und ich glaube, es ist die Jacke und der Regencover, weil es eine sehr große, eine sehr große Fläche ist.
Jacke und Cover erkennt Luisa ab 140 Metern. Die Mütze sieht sie ab 90 Metern. Den Schal allerdings erst bei zehn Metern.
Familie Künstler: Jetzt mit dem Gewissen, dass man schon aus weiter Distanz gesehen wird, fühle ich mich jetzt im Nachhinein auf jeden Fall sicherer. Das Cover würde ich auf jeden Fall kaufen, für mein Kind.
Weiter geht's mit Produkten zum Klicken und den Stickern zum Kleben. Zwei LED-Armbänder gibt es für 10€. LED Clips jeweils für 13 und reflektierende Sticker für zehn bis 15€.
Familie Künstler: Im Prinzip kann man das hier überall montieren, was magnetisch ist. Wo es eine Schlaufe gib, ist auch eine Anleitung mit bei, wie man die Batterien wechselt.
Die Sticker sind universell anwendbar und kleben auch auf Textil. Waschen sollte man die Kleidung damit aber nicht.
Bei unserem Test sind Vater Sasha und Tochter Isabella zunächst ohne reflektierende Clips und Sticker unterwegs. Erst kurz vorher, bei ca. 20 Metern sieht unsere Reporterin die beiden.
Doch wie sieht es aus, wenn sie LEDs und Sticker tragen?
Luisa Junker, Reporterin: Also ganz ehrlich, ich kann hier schon anhalten, weil ich sehe ganz klar, da fahren zwei Fahrradfahrer und ich sehe auch tatsächlich glaube ich alles. Ich sehe es grün blinken. Ich sehe die Klipper, die Sticker, die sehe ich nicht.
Die sieht sie erst ab 10 Metern.
Familie Künstler: Ja, also ich denke schon, dass man deutlich sichtbarer ist, aber ich habe so das Gefühl, dass die Sachen nicht so gut haltbar sind, dass sie vielleicht beim Fahrradfahren abfallen könnten.
Nach zwei Testrunden gibt es klare Favoriten. Die Jacke und das Rucksackcover sind in der Dunkelheit am besten zu erkennen und können damit für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit sorgen.