Am Tattag, dem 19. Juni vergangenen Jahres, werden Nachbarn mitten in der Nacht von lauten Schreien und knallenden Türen geweckt. Kurz darauf steht das Mehrfamilienhaus in Holzem in Bad Münstereifel in Flammen. Das Feuer besiegelt das Ende eines furchtbaren Familienstreits. Stephan W. lebt in dem Haus zusammen mit seiner Familie bisher völlig unbescholten, ist nicht vorbestraft und zeigt sich während der Verhandlung geständig. Nach der Tat kann der 34-Jährige noch nach Alzey in Rheinland-Pfalz fliehen, doch seine Flucht dauert nicht lange. Auf einem Rastplatz an der A61 können Ermittler ihn fassen. Seither sitzt er in U-Haft.
Die Anklage für Stephan W. lautet auf dreifachen versuchten Mord und eine gefährliche Körperverletzung gegen seine Familie. Hinzu kommt zwölffacher versuchter Mord und die besonders schwere Brandstiftung.
Für das Gericht ist die Schuld klar: Stephan W. wird zu lebenslanger Haft wegen versuchten Mordes verurteilt. Das Leben seiner Frau und Kinder wird auch nach dem Urteilsspruch nie mehr so sein wie zuvor: Laut der Richterin sei die Frau zu 100 Prozent schwerbehindert. „Ihre Frau kann ihre Hände nicht mehr verwenden, Herr W. Das kommt von den Abwehrverletzungen. Sie hat erhebliche Magrn-Darm-Problrme”, schildert die Richterin in der Urteilsbegründung. Sie benötigt Hilfe beim Aufrichten und Hinlegen, beim Waschen und beim Toilettengang. Doch Stephan W. war sein eigenes Leben und seine Affäre offenbar wichtiger als das Leben seiner Frau und seiner Kinder.