Für den Moment reicht's noch, sagt die Regierung: Niemand muss bei uns im Kalten sitzen, die deutschen Gasspeicher sind zu knapp 40 Prozent gefüllt. Ohne Nachschub allerdings - insbesondere aus Russland - sieht es für den kommenden Winter einigermaßen dramatisch aus, meint Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).
"Solange die Spielräume nicht da sind, reden wir nicht nur - und das sieht man ja jetzt - über explodierende Preise, sondern über die reale Gefahr, der Unterversorgung von bestimmten Branchen, und die muss verhindert werden."
Aber der Druck wächst. Die USA sind vorgeprescht. Präsident Biden stoppt alle russischen Gas-Lieferungen. Auch in Deutschland fordern das immer mehr Politiker. Etwa der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen (CDU) im ntv-Frühstart.
„Wir spülen auf Rekordpreisniveau bis zu 1 Milliarde Euro in diesen Zeiten des Angriffskriegs und der Kriegsverbrechen in die russische Kriegskasse. Das kann nicht einfach so hingenommen werden. Es muss mehr an dieser Stelle getan werden. Das ist die einzige Lebensader Putins, und die können wir ihm nicht so reichhaltig füttern."
Experten warnen jedoch vor einem "Boomerang", vor erheblichen Folgen für unsere Wirtschaft. Die Sprit-Preise sind schon auf Rekordniveau und für viele kaum noch zu bezahlen.
Viele fordern deshalb, der Staat müsse einschreiten. Der saarländische Ministerpräsident Hans etwa hält Steuersenkungen für dringend nötig und hat damit auch gleich eine knackige Parole für den Landtagswahlkampf.
Finanzminister Christian Lindner (FDP) aber setzt auf andere Maßnahmen.
"Wer pendelt zum Job, braucht eine steuerliche Entlastung. Das soll und muss jetzt kommen. Bei der Lohn- und Einkommenssteuer, bei der Pendlerpauschale, auch die EEG-Umlage auf die Stromrechnung muss schnellstmöglich weg."
Nur wurden diese Maßnahmen schon vor der Eskalation in der Ukraine beschlossen. Sie reichen wohl längst nicht aus, um die Verbraucher spürbar zu entlasten.