Einer dieser beiden Bären ist nicht echt. Macht aber nichts, denn der Falsche kommt richtig gut an beim Waisenkind. Das Bärenbaby wird hier in dieser Tierauffangstation in San Diego aufgepäppelt, bevor es wieder ausgewildert wird. Und das benötigt außergewöhnliche Maßnahmen. Wir sehen, dass Probleme zwischen Menschen und Wildtieren häufig auftreten, wenn Tiere aktiv von Menschen gefüttert werden, zum Beispiel. Und dann verbinden sie mit dem Menschen Futter und können also aktiv die Nähe von Menschen aufsuchen. Das kann bei großen Tieren wie Bären natürlich zu einer potenziell gefährlichen Situation kommen. Und deshalb hat sich der Tierpfleger beim Füttern als Bär verkleidet, damit sich der Kleine nicht an Menschen gewöhnt. Die Herausforderung ist sicherlich, dass das Bärenjunge lernt, Nahrung zu suchen, Nahrung zu finden. Denn in der Natur leben Bären mit ihren Geschwistern zusammen und die lernen voneinander und von der Mutter. Und das muss man jetzt irgendwie versuchen zu kompensieren. Auch bei anderen Tierarten wird das so gehandhabt. In einem Tierpark im Südwesten Chinas hat ein Pfleger im Pandakostüm den Tieren einen Bären aufgebunden. Er hat sogar dafür gesorgt, dass er wie ein Panther riecht und wird gleich als Artgenosse angenommen. Und auch diese Bilder sind irgendwie skurril. Hier soll ein gerettetes Kranichküken lernen, wie man als Kranich richtig trinkt. Dafür hat sich ein Mitarbeiter der Auffangstation in Südafrika auch in ein passendes Kostüm geschmissen und macht dem Küken vor, wie es geht. Nach langem Zögern steckt der kleine Vogel dann auch den Schnabel ins Wasser. Hat also funktioniert. Hoffentlich klappt die selbstständige Futtersuche beim Bärenbaby. In den USA bald genauso gut. Man hofft jetzt in San Diego, dass es vielleicht ein weiteres Bärenbaby in einem ähnlichen Alter gibt, so dass sie gegenseitig voneinander lernen können, gegenseitig miteinander spielen können und so atypische Verhaltensweisen lernen können. In einem Jahr soll der Bär ausgewildert werden und dann wird sich zeigen, ob diese putzige Verkleidung wirklich geholfen hat und er nicht doch die Nähe zu Menschen sucht.