Im Watt gefangen sein - eine Situation, die lebensgefährlich werden kann und unseren Reporter an seine Grenzen bringt.
Michael Nielsen
"ich konnte meinen Fuß nicht mehr bewegen"
Doch alles auf Anfang : Es ist 18 Uhr und die DLRG Ortsgruppe Varel steht zur Teambesprechung zusammen. Noch hat unser Reporter Michael Nielsen ein Lächeln im Gesicht.
Michael Nielsen, RTL Nord Reporter
"Ich werde heute im Watt einsinken und dann müsst ihr mir helfen. Hoffentlich macht ihr das auch!"
Und dabei soll diese Drohne helfen. Sie unterstützt die Einsatzkräfte der DLRG bei der Rettung von Menschen in Notlagen. Seit Anfang August verfügt die DLRG Varel über dieses neue Modell .
Michael Nielsen, RTL Nord Reporter
Was ist aber wirklich das Besondere an eurer Drohne?
Nikolas Nacke, DLRG Varel
"Das Besondere im Endeffekt ist die Absetzfunktion, die wir hier haben. Die Absetzfunktion ist einmalig an der Nordseeküste . Wir können im Endeffekt viele Sachen einfach von der Drohne auch absetzen bei dem Patienten direkt im Wattenmeer. Sei es das Rescue was da gerade mitfliegt dass wir einfach einen Gegenstand haben der sich bei Wasserkontakt aufbläst dass sich der Patient auch da wenn das Wasser droht näher zu kommen einfach einen Gegenstand hat wo er sich festhalten kann!"
Michael zieht sich jetzt erstmal um, und die ehrenamtlichen Helfer der DLRG bringen ihr Equipment in Position.
"Auf was muss ich denn gleich achten , kann ich irgendwas falsch machen?"
Jan Schulz, Gruppenführer DLRG Varel
"Falsch machen kannst du eigentlich nichts , du hast ne entsprechend vollständige Schutzausrüstung, wir werden dir gleich noch n Helm aufsetzen weil wir dann mit der Drohne auch noch was abwerfen wollen .Das heißt dass wir halt n bisschen das simulieren was wir im Ernstfall auch machen"
Und dann geht es für Michael los: Rein ins Watt!
Umso weiter er voran schreitet, desto weiter sackt er ein. Was erst ein Spaziergang ist, wird schnell kräftezehrend.
Nach zirka fünfzehn Minuten steckt Michael bis zur Hüfte im Schlick und kommt kaum noch voran.
Jan Schulz, Gruppenführer DLRG Varel
"Wir können jetzt so langsam mal hin dass wir ranfliegen und entsprechend Material absetzen!"
"Das ist verstanden!"
Im Ernstfall geht in der Regel ein Notruf ein. Die DLRG rückt an, die Drohne fliegt los. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 72 km/h beginnt die Suche nach in Not geratenen Touristen und Spaziergängern. Dabei hilft auch eine Wärmebildkamera.
Beladen unter anderem mit Wasser, eilt die Drohne unserem Reporter zur Hilfe. Ein Funkgerät wird heruntergelassen.
"Benötigen Sie Medikamente oder was zu trinken ?"
"Ich hätte gerne ne Flasche Wasser wenn ihr sowas habt!"
Kein Problem für die DLRG. Die Drohne kann unter anderem Getränke, Medikamente, Brotdosen oder Rettungswesten dabei haben.
"Drei, zwei, eins! Abwurf!"
Währenddessen machen sich auch die Einsatzkräfte mit ihren Wattschlitten auf den Weg, denn es wird höchste Zeit.
Frei Ton DLRG Gruppenführer 00:42:10
"Er sackt nämlich immer weiter ein !"
Unser Reporter kämpft sich auf den Schlitten und wird an Land gebracht.
Michael Nielsen, RTL Nord Reporter
"Ja macht keinen Spaß!"
"Alles gut?"
Michael Nielsen, RTL Nord Reporter
"Ich konnte meinen linken Fuß nicht mehr bewegen!"
Er ist sichtlich erschöpf.
Michael Nielsen, RTL Nord Reporter
"Es ist erstens echt anstrengender als man denkt und zweitens konnte ich meinen Fuß nicht mehr bewegen . Mein Knöchel tut weh, ich war so tief drinnen. Ich hab gar keine Bewegung mehr gehabt. Ich bin ganz ehrlich, alleine wäre ich da verhungert."
Das Watt ist eben wirklich gefährlich!
Nikolas Nacke, DLRG Varel
"In dem Moment wo du dann praktisch rein gehst, tief einsinkst , du erzeugst unten drunter praktisch ein Vakuum und kommst dann da nicht mehr raus!"
Deshalb rät die DLRG dazu nur geführte Touren durchs Watt zu unternehmen. Falls trotzdem jemand alleine das Watt betreten möchte, hat Nikolas Nacke einen Tipp.
Nikolas Nacke, DLRG Varel
"Wir empfehlen immer in der Plastiktüte ein Handy mit dabei zu haben , ein Telekommunikationsmittel , damit man selbstständig auch den Notruf absetzen kann!"
Die DLRG Varel setzt ihre Drohne rund 20 Mal im Jahr ein und hilft damit Leben zu retten.