Songs wie diese von Rapper Capital Bra verharmlosen schmerzstillende oder beruhigende Drogen. Und damit machen sie auch neu-gierig darauf. So ging es auch dem 19-jährigen Justin aus Hamburg. Mit 13 konsumiert er die ersten Drogen wie Cannabis und pro-biert viel aus. Mit 15 greift er dann zu Schmerzstillern, Fachbegriff: Opioide.
„Ich hatte das Ge-fühl mir war warm im Körper so ne wohlige Wärme wie wenn man mit ner Person ku-schelt die man lieb-t. Die Gedanken wa-ren so eingedämmt.“
Justin wird abhän-gig, konsumiert bis zu 10 Tabletten am Tag und verliert die Kontrolle.
„Ich bin nicht zur Schule gegangen- hab alle meine Ver-pflichtungen ver-nachlässigt. Bin aufgestanden, dachte ok wo krieg ich jetzt Geld her dass ich mir irgendwas besorgen kann. Hab bis 14/16 Uhr ge-schlafen bin dann auch erst morgens wieder schlafen ge-gangen, hab halt je-den Tag nur für den Konsum gelebt.“
An die Tabletten kommt er leicht, über das Darknet, Social Media oder auf dem Schulhof.
„Also wir müssen da-für Sorgen dass Schulen sich klar aufstellen und sagen wir sind ne drogen-freie Zone und wer hier Drogen in der Schule hat oder so-gar damit dealt und handelt ja der kriegt einen Schul-verweis. Das ist die Konsequenz.“
Aber nicht nur an Schulen werden Opioide verkauft. Jugendliche lassen sich die Medikamente sogar vom Arzt ver-schreiben.
„Ich denke dass die Ärzte vielleicht auch zu wenig aufge-klärt sind über die-se Risiken und über dieses Abhängig-keitspotential. und zumal man ja heute in der Zeit auch weiß oder wissen sollte dass Jugend-liche dann zu Miss-brauch neigen und dass die sich diese Rezepte dann auch erschleichen.“
Egal wie die Jugend-lichen an die Medi-kamente kommen - einmal darin gefan-gen, ist der Weg aus der Sucht nicht ein-fach.
"es gibt so einen Begriff Opiathunger, das heißt also die entwickeln dann so einen Hunger da-nach und wenn die dann erstmal drauf sind dann ist es sehr schwierig da wieder runter zu kommen weil sie na-türlich auch merken dass es eine ausge-prägte Entzugssym-ptomatik auslöst“
Das kennt auch Jus-tin, der sich vor knapp zwei Jahren freiwillig in den Entzug in der Ein-richtung "die Fle-ckenbühler" begibt.
„ich wurde substi-tuiert, also runter-gestuft. Ist echt nicht angenehm mit Krämpfen und Schmer-zen das wünscht man sich nicht“
Schlimmer als die körperliche ist aber die psychische Ab-hängigkeit und die wird Justin ein Le-ben lang begleiten. Das Rückfallrisiko bei Schmerzmitteln ist hoch. Trotzdem will er noch in die-sem Jahr das Abitur machen und danach studieren. Er hofft, dass er seinen Weg weiter drogenfrei gehen wird.