Na, was macht unsere Kollegin denn da? Packt einfach die Waren in ihre Tasche! Aber keine Angst, sie ist keine Ladendiebin, sie nutzt die neue "Pick and Go"-
Bezahlfunktion. Doch nochmal von vorne. Was braucht sie denn überhaupt dafür?
Aufs.: "Das Einzige, was ich dazu brauche neben meinem Smartphone, ist noch eine eigene Einkaufstasche. Und jetzt probieren wir das mal aus." 5/18
Sie hat sich die "Pick and Go"-App runtergeladen und beim ersten Einkauf ihren Ausweis vorgezeigt – ist nämlich erst ab achtzehn. "Der QR-Code zeigt, ich bin bereit. Und das Schöne ist, ich brauche mein Handy nicht in der Hand zu haben. Das kommt jetzt hier rein und dann geht's los." 8/33
Dann packt sie die Sachen einfach in ihre Tasche. Das wirkt wie klauen, ist aber so gedacht - denn hier ist es ein wenig wie bei Big-Brother: Überall Kameras.
OT Rewe: "Das Spannende ist eigentlich, dass diese bildgebenden Daten, die wir da bekommen, zusammengeführt werden in einem 3D-Modell dieses Marktes. Wir wissen also genau, wo welches Produkt steht, können das einem Objekt sozusagen zuordnen und haben dadurch dann die Möglichkeit, diesen Warenkorb strukturiert dem Kunden zur Verfügung zu stellen."
Und diesen virtuellen Warenkorb können auch Kunden nutzen, die NICHT die App runtergeladen haben. Sie bezahlen an der Express-Kasse. Unsere Kollegin mit der App kann einfach durchgehen, muss nur ihr Handy an den Scanner am Ausgang halten. Übrigens: hier im Düsseldorfer Testmarkt können die Kunden die Waren auch selbst scannen - oder ganz oldschool an der Kasse zahlen. Wie finden sie denn das Einkaufen ohne am Band anstehen oder selber scannen zu müssen?
"Es ist superschnell, es ist einfach, es funktioniert einwandfrei." 5/1:29
"Ist natürlich auch eine Zeitersparnis, muss man sagen, gerade wenn man nicht anstehen muss." 4/1:34
"Ich bin noch altbacken. Ich mag das noch ganz gerne, einfach an die Kasse gehen. Ich mache auch kein Onlinebanking, ist einfach so eine Einstellung." 6/1:40
Die Frage stellt sich natürlich: Kann ich als Kunde diese "Pick and Go"-App bedenkenlos nutzen? 5/1:45
C35 OT Prof. Dr. Jörg Funder, Einzelhandelsexperte
"Damit werden meine Einkäufe personalisierbar, also im Sinne von ich weiß, wer was wann gekauft hat. Und das ist aber auch nicht mehr, als wenn ich eine Kundenkarte einsetzen würde. Von daher ist es eigentlich unbedenklich, was Datenvielfalt oder Datenverlust oder Intransparenz angeht."
Unsere Kollegin kann sich nach dem Einkauf den Kassenzettel auf dem Handy anschauen, abgebucht wird bei ihr per Paypal.
"Es ist zugegebenermaßen erst mal gewöhnungsbedürftig, weil du läufst ja durch, hast keinen Einkaufswagen. Es ist schon ein ganz neues Einkaufserlebnis." 12/2:22
In unserem Test sehr praktisch, dieses Einkaufen der Zukunft. Nur eins dürfen Sie dabei nicht sein: kamerascheu.