Die Schule ist aus an dieser Grundschule in Kiel. Hier sprechen wir mit jungen Mädchen – Kopftuch ja oder nein und wie reagieren die Mitschüler eigentlich?
Retag – 11 Jahre alt:
„Die sprechen normal mit mir und manchmal fragen die auch.“
Hilal – 10 Jahre alt:
„Also ich möchte noch kein Kopftuch tragen, weil ich noch zu klein dafür bin und wenn ich in die nächste Schule gehe, werde ich anfangen Kopftuch zu tragen.“
Sara – 11 Jahre alt:
„Also ich finde, wenn man sich dran gewöhnt hat, ganz normal und ich kann auch überall normal mitmachen und es ist ja meine Entscheidung, wie ich das so anziehe und so.“
Doch überall normal mitmachen – das gilt längst nicht für alle Mädchen. Eine Umfrage von „Terre des Femmes“ (FAM) unter Lehrerinnen und Lehrern zeigt:
Stefanie Walter - Terres des Femmes:
„Dass nämlich die Mehrheit der Mädchen mit Kopftuch bis 14 Jahren nicht mehr an schulischen Aktivitäten teilnimmt. So nehmen 56 % der Mädchen mit Kopftuch nicht mehr am Sport und Schwimmunterricht teil und 35 % nicht mehr am Sexualkundeunterricht. Und das ist natürlich besorgniserregend.“
73% der Befragten sehen das Tragen eines Kopftuches in jungen Jahren als echte Beeinträchtigung für die persönliche Entwicklung.
Die Organisation „Terre de Femmes“ (FAM) fordert daher ein rigoroses Verbot bis zum 14. Lebensjahr. Nicht alle sehen das genauso:
Saba-Nur Cheema – Politologin:
"Es führt dazu, dass sie vielleicht sogar zwei verschiedene Identitäten irgendwie aufbauen müssen, dass der eine Ort, wo sie tragen müssen, der andere Ort, wo sie es nicht tragen dürfen und das entsteht, also das, das steht ja komplett im Gegensatz zu dem Anliegen und dem Ziel dieser Idee, dass es ein Verbot geben soll."
Mehr Aufklärung INNERHALB der muslimischen Community fände die Expertin sinnvoller.
Saba-Nur Cheema – Politologin:
"Und dabei auch die Frage zu stellen: Ist das Kopftuch überhaupt etwas, was religiöse Pflicht ist oder nicht? Das ist etwas, was in der islamischen Theologie ganz normal diskutiert wird, und das sollte auch innerhalb der Moscheegemeinden beispielsweise gemacht werden."
Ein Verbot an Schulen würde Fronten eher verhärten und Mädchen, die möglicherweise unter Zwang ein Kopftuch tragen, den Druck nicht nehmen. Umso wichtiger also, dass Kinder, Eltern und Erziehungskräfte aufeinander zugehen und offen über das Thema sprechen.