Die Attacke dauerte nur ein paar Minuten. Ursula Langefeld wurde in Hattingen von einem Polizeihund angegriffen. Ihre Nichte erzählt, dass das Tier ihr große Teile der Kopfhaut und eine Fingekuppe abgebissen hat. Sie wird mehrfach operiert - der erste Besuch im Krankenhaus ist für ihre Familie ein Schock:
Laura-Jane Hockeborn: "Wir sind alle zusammengebrochen. Ich war mit meiner Mutter und meinem Vater und wir mussten alle anfangen zu weinen. Mein Sohn wollte gar nicht mit, der hatte Angst, der hat gesagt, ich möchte Ulla so nicht sehen. Ist ja auch klar. Sie wurde ja zugerichtet. Eine ganz andere Frau stand da auf ein mal vor uns."
Vor zehn Tagen steigt die 73-Jährige auf diesem Parkplatz aus ihrem Auto. Sie will es gerade abschließen, als ein Schäferhund aus dem Nichts angreift. Er beißt ihr erst in den Arm, dann in den Kopf.
Georg Bolinski: "Geschädigt für ihr ganzes Leben. Sie muss eine Perücke tragen, die Haare wachsen nicht nach. Sie ist traumatisiert. Sie hat Angst."
Eine dritte Hauttransplantation steht noch aus. Der Halter des Hundes: Ein Polizist aus Düsseldorf. Er war außerhalb seines Dienstes mit dem Tier unterwegs, versuchte den Hund zurückzuhalten.
Dirk Lenzen "Den Schutzhunden sagt man ein gesteigertes Aggressionsverhalten nach. // Der Polizeihund verbellt ja den vermeintlichen Täter. Der Täter weiß dann auch nicht, dass er am besten stehen bleibt und sich nicht mehr rührt, weil einem Schutzhund wird beigebracht, wenn da jemand ruhig steht und nichts macht bleibst du da sitzen und bellst, aber dann braucht nur einer den Arm heben und dann kann es schon passieren."
Laut einer Polizeimeldung soll der Hund an einer flexiblen Leine geführt worden sein. Das Opfer aber sagt, es habe KEINE Leine gegeben. Das Tier ist aktuell nicht im Dienst. Der Beamte schon. Aus Neutralitätsgründen ermittelt die Duisburger Kriminalpolizei - wegen fahrlässiger Körperverletzung.