Ganz in Weiß, in der Farbe der Unschuld erscheint Matthias zum Prozess. Dabei sollen die Mittel, mit denen er Autofahrer wie Susanne Brandt auf seinem Grundstück in Köthen blockiert hat, zum Teil drastisch und beängstigend gewesen sein.
Ganz schlimm fand ich die eine Geschichte von der Mama, die dort festgehalten wurde mit Baby im Auto. Die war dann schon nervlich am Ende. Dann die Kollegin damals aus dem Landkreis, wo sich John Wayne mäßig vors Auto gestellt hat. Sie hat gedacht, er zieht eine Waffe.
Statt einer Waffe war es eine Kamera. Aber trotzdem muss Matthias vor Gericht wegen Nötigung in fünf Fällen. Mit welcher skurrilen Begründung sein Anwalt auf Freispruch pocht. Es ist schon drei Jahre her, dass Susanne Brandt ins Visier des selbsternannten Parkwächters aus Köthen geriet. Ihre Erinnerung an die verhängnisvolle Begegnung Ich habe dort geparkt.
Er hat da ein Grundstück mit irgendwelchen bemalten Schildern. Was man nicht sieht, was nicht aussagekräftig ist. Und wenn dort ein Auto steht, auch nur einen Millimeter auf sein Grundstück, wird eine Parkkralle ans Auto gemacht.
Genau das ist der 36-jährigen passiert, als sie vor Mathias Haas völlig verwilderten Grundstück parkt.
Also mir sind ja sämtliche Gesichtszüge entglitten. Ich habe Hitzewallungen gekriegt. Ich dachte Oh mein Gott.
Susanne Brandt ist verzweifelt, ruft die Polizei.
Die sind alle wirklich genervt, weil die stets und ständig wegen so einer Lappalie rausfahren müssen.
Warum Mathias das alles macht, ist ihr ein Rätsel.
Sein Motiv ist wahrscheinlich Langeweile, keine Hobbys. Weil ein normaler Mensch macht sowas in meinen Augen nicht. Es ist schon fast schon nicht mehr lustig, was er da macht.
Auch diesem Mann versperrt Matthias den Weg, nachdem er auf dessen Grundstück gewendet haben soll.
Der ist aber aus dem Auto ausgestiegen und hat sich direkt vor mich gestellt und wollte meine Personalien haben.
Unser Reporter sieht sich in Köthen das Grundstück von Matthias an. Warum schwingt sich der 52-jährige hier zum Ordnungshüter auf? Geht es vielleicht um Geld? Dabei soll er ja nur die Personalien gewollt haben, um später Rechnungen schreiben zu können.
Also für mich ist es überhaupt nicht ersichtlich, dass es sich hier um eine angeblich private Fläche handeln soll. Es ist auch mit keinem Schild ausgewiesen. Trotzdem hat er Parkkrallen und Strafzettel verteilt zwischen 500 bis 1 1.000 € Bußgelder haben.
Matthias H soll nicht auf dem verwilderten Grundstück wohnen. Er hat jetzt dort offenbar neue Schilder angebracht und droht mit einem Bußgeld von 100 €. Aber auch diesen geringeren Preis soll er eigenmächtig festgelegt haben. Beim Prozess beharrt der Anwalt darauf, diese Bußgelder seien bloß Schadensersatz.
Die Frage ist Durfte er das Wegfahren verhindern? Wir sagen ja. Weil die Zeugen auf frischer Tat beim Hausfriedensbruch erwischt wurden.
In erster Instanz ist Matthias H schon einmal zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Aber das wollte er nicht hinnehmen und ist in Berufung gegangen. Mit uns will Matthias H. Nicht sprechen. Dass das Landgericht nun aber Verständnis haben wird für diese 3. Art der Selbstjustiz, dass ist zweifelhaft.