Sinan Ankan ist am Nachmittag zur Unglücks-Baustelle in die Hafencity gekommen, um mit eigenen Augen den Ort wieder zu sehen, an dem er nach eigenen Angaben noch bis vor kurzem selbst als Bauarbeiter gearbeitet hat.
Der 27-Jährige erzählt uns, dass er selbst viele Baustellenunfälle gehabt habe. Aus privaten Gründen habe er aufgehört als Bauarbeiter zu arbeiten. Es verwundere ihn nicht, dass hier so ein Unglück passiert sei.
Seit 7:30 Uhr arbeiten hier am Unglücks-Gebäude 25 Einsatzkräfte der Feuerwehr, davon Spezialkräfte der Höhenrettung, außerdem sind spezielle Industriekletterer im Einsatz. Die Arbeiten sind schwierig und teils lebensgefährlich. Das Ziel: den letzten verbliebenen Leichnam unter dem zusammengebrochenen Gerüst zu bergen.
Warum das Baugerüst gestern gegen 9 Uhr zusammengestürzt ist, ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Nach RTL-NORD-Informationen könnte es mit Steinen überladen gewesen sein. Was laut Feuerwehr sicher ist: Das 16 Stockwerke hohe Gerüst ist gestern Morgen in sich zusammengestürzt. Fünf Menschen, die auf dem Gerüst in Höhe des 8. Obergeschosses gearbeitet haben, sind circa 32 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Trümmerteile des Baugerüstes stapeln sich bis in den 2. Stock, auf einer Höhe von circa 10 Meter. Vier der Bauarbeiter sterben bei dem Unfall. Der 5. Arbeiter wird derzeit im Krankenhaus St. Georg intensivmedizinisch behandelt und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. In der Hafencity dauern die Bergungsarbeiten derweil an.
Heiko Andersen, Einsatzleiter Feuerwehr Hamburg: „Unser Ziel heute ist die Bergung des Leichnams. Wir sichern die Baustelle und dann übergeben wir das an die Kriminalpolizei. Dann ist die Arbeit der Feuerwehr abgeschlossen.“
Die Bergung des Leichnams kann noch bis in die Nacht dauern. Die Baustelle bleibt vorerst geschlossen.