Das Lena hier so mit ihrem Hund lachen, kuscheln kann, sich aufgehoben fühlt, liegt vor allem an ihr. Mama Claudia. Vor 10 Jahren hat sie Lena zu sich genommen, ein kleines Mädchen mit Behinderung, was niemand in Deutschland haben wollte. Als Claudia sie zum 1.Mal sieht, verändert sich ihr Leben schlagartig.
OT Claudia Staudt
"Sie war klein, hatte unfassbar viele Haare und riesengroße Augen, riesengroße dunkle Augen und hat geschlafen. Und ich habe sie dann auf den Arm genommen. Und sie war, als hätte sie nichts hat sie gewogen. Es war wie eine Feder und habe sie so an mich gedrückt und gerochen und habe einfach sofort das Bedürfnis gehabt, dieses Wesen für immer zu beschützen."
Und seit 3 Jahren gibt es noch einen Beschützer mehr in Lenas Leben, Ypsi. Der Assistenzhund unterstützt sie und gibt Lena emotinalen Halt, wie ich später noch erfahre.
situativ
Jana:
" dein bester Freund wahrscheinlich.
Lena:
Freundin!
Jana:
freut mich Ypsi"
Im Trainingscenter soll Ypsi heute ein neues Kommando lernen…ob wir das alle gemeinsam schaffen? Denn im Notfall könnte das Lenas Leben retten.
Blende
Hier in Wülfrath bei Düsseldorf wohnt die kleine Familie, in einem Haus, dass extra für Lena und ihre Behinderung gebaut wurde. Ich darf sie heute besuchen und möchte natürlich erfahren, wie sich das Leben für Mama Claudia mit diesen ganz besonderen Herausforderungen verändert hat.
OT Jana
"Die bewusste Entscheidung, ein schwer behindertes Kind zu adoptieren, sich dieser Verantwortung zu stellen. Das finde ich wirklich beeindruckend. Woher nimmt man diese unglaubliche Kraft? Ich freue mich jetzt total auf Claudia und Lena und auf den Besuch bei Familie Staudt."
An der Tür empfangen mich Claudia und ihr Mann.
situativ...
"ich freu mich riesig euch privat in euren 4 Wänden besuchen zu dürfen"
Im Wohnraum erwartet mich schon ganz aufgeregt die kleine Lena, natürlich komme ich nicht mit leeren Händen.
situativ
"na wie gehts? Darf ich dich drücken? Schön dich zu sehen.
Lena:
Darf ich dir was abnehmen?
Jana:
Ja, Du kannst mir gerne was abnehmen.
Lena ist sehr aufmerksam für eine 10 jährige, ich werde herzlich empfangen. Dann wirds aber Zeit für die Geschenkeverteilung.
Jana:
So, da ist nämlich ein kleines Schäfchen drin.
Lena:
wie niedlich ist das denn.
Jana:
Natürlich was Süßes.
Lena:
Nervennahrung
Jana:
Nervennahrung
Lena: Schrei...Jana ich sammel Labello
Jana:
ja super
Lena ist begeistert und Mama claudia happy.
Lena ist wirklich ein aufgewecktes junges Mädchen, dass sie sich so entwickeln würde, damit konnten ihre Eltern nicht rechnen und haben sie trotzdem vor 10 Jahren zu sich geholt.
OT Claudia
" Es war klar, dass sie eine Hirnschädigung hat. Es war aber nicht klar, was das letzten Endes bedeutet."
Die freie Journalistin und ihr Mann haben sich mit dem Herzen für Lena entschieden, für ein kleines Wesen mit Behinderung, dass zur Adoption frei gegeben wurde und das niemand haben wollte.
OT Claudia
" Natürlich haben wir darüber gesprochen und gesagt Was kann es bedeuten, ein behindertes Kind zu haben? Aber eigentlich ging es uns um Lena. Wir haben Lena kennengelernt, wir haben uns in Lena verliebt. Und ob sie behindert ist oder ob sie rot gepunktet ist, das war uns eigentlich egal. Weil wenn man ein leibliches Kind bekommen möchte, dann gibt einem ja auch keiner die Garantie, dass es gesund ist. Und wenn es einmal gesund zur Welt kommt, gibt es keine Garantie, dass es gesund bleibt. Und deswegen? Wir wollten einfach ein Kind haben. Wir wollten einen Menschen lieben und ins Leben begleiten und durchs Leben begleiten und stark machen."
Denn Claudia konnte keine eigenen Kinder bekommen, sie versucht alles lässt sich insgesamt 8 Mal künstlich befruchten. 2018 ein letzter Versuch, hoffen auf ein Geschwisterchen für Lena, doch statt dessen die Diagnose Gebärmutterkrebs.
OT Claudia
"ohne diesen starken Kinderwunsch und ohne diese Kinderwunschbehandlung hätten wir das nie erfahren und ich wäre mit sehr großer Wahrscheinlichkeit an dem Krebs ein paar Jahre später gestorben."
Claudias Kinderwunsch hat ihr das Leben gerettet.
OT Jana
"ich bin in meinem Leben ja auch mit der Frage, ob ich schwanger bin oder ob ich ein Kind möchte, auch permanent konfrontiert, muss ich sagen und Was mich natürlich auch brennend interessiert, ist einfach die Frage warum gibt man denn sein relativ einfaches, bequemes Leben auf, um es dann sehr viel schwieriger zu haben?
OT Claudia
"ich glaube, in dem Moment, wo man sich für ein Kind entscheidet, muss man sich bewusst sein, dass das Leben sich verändert. Und ich glaube, auch Kinder, die keine Behinderung haben, können wahnsinnig anstrengend sein. Ist immer anstrengend, wenn man seine Bedürfnisse eine Zeit lang zurücksteckt und einem anderen Wesen den Vorrang gibt."
Lena ist das größte Glück für Claudia und ihren Mann und umgekehrt?
situativ
Jana:
"Deine Eltern haben sich dich ja ausgesucht. Bist du froh, dass sie das gemacht haben?
Lena:
Ja. Außer dass sie nervig sind manchmal,aber dass sind ja alle Eltern.
Jana:
Das stimmt. Kann ich bezeugen."
Und dann zeigt Lena mir, dass ihre motorischen Einschränkungen sie nicht davon abhalten, Dinge zu tun mit denen ich so gar gerechnet hätte, wie hier beim Skifahren.
video kurz
Lena:
ich mag aktionreiche Dinge. Und ich gehe auch gerne Achterbahn fahren
Jana:
"Hammer. Ich bin total begeistert.
Und Ypsi unterstützt Lena dabei. Egal ob Handschuhe ausziehen, Dinge aufheben oder Schuhe bringen. Das kann sie alles.
OT Jana
"Ein Kommando kann Ypsi Allerdings noch nicht. Aber wir dürfen dabei sein. Wenn sie es beigebracht bekommt. Ich bin total gespannt, denn das könnte Lena im Notfall das Leben retten."
BLENDE
Das Assistenzhunde- Ausbildungs Zentrum in Hümmerich.
Hier treffe ich Lena und Claudia wieder. Beim Spaziergang erzählt mir die 42 jährige, wie wertvoll Ypsi für ihre Tochter geworden ist.
OT Claudia
05:23:19:21 -
"Sie ist ausgeglichener und sie merkt selber, dass sie viele Dinge gelernt hat, die sie vielleicht ohne sie gar nicht gelernt hat. Zum Beispiel ihre Hände schön zu öffnen, um sie zu streicheln. Also motorische Fähigkeiten, die da mit reinspielen.
Früher hatte sie keine Lust rauszugehen, weil ich meine, klar, sie kann nur dann im Rolli fahren, sie kann nicht wie andere Kinder über die Wiese rennen und irgendwie ein Baum hochklettern und dann war es langweilig draußen und jetzt ist es nicht mehr langweilig."
Nur durch einen Spendenaufruf konnten die Staudts Ypsi bekommen. Denn die Ausbildung kostet 20.000 Euro. Auf der Terasse des Vereins VITA treffe ich noch andere Kinder, die mit ihren Assistenzhunden trainieren und gemeinsam Spaß haben. Wertvolle Zeit für alle hier.
situativ...wow
Der Verein stellt Menschen mit Behinderung ihre Hunde zur Seite, die Auswahl des neuen Herrchens trifft am Ende nur einer, weis die Gründerin von VITA.
OT Tatjana Kreidler
"wenn der Hund sagt Ja, wie bei Lena Marie, das war so eindeutig, Sie hat geweint und sie kam zu ihr, hat ihr das Gesicht, die Tränen geleckt usw. usw.. Und wenn der Hund sagt, ja, dann kann er den Weg auch mit dem Team gehen und kann ganz, ganz viel bewirken."
Unter anderem auch für Sicherheit sorgen. Lena ist mittlerweile ab und zu alleine Zuhause mit Ypsi, doch im Notfall, bei einem Feuer zum Beispiel könnte sie nicht die Haustür öffnen und flüchten.
OFF OT Claudia
"dass ist wichtig dass dann der Hund die Tür aufmachen kann"
Wie das funktioniert, macht ein anderer Hund Ypsi einfach mal vor. Pfote auf die Klinke, kräftig nach unten drücken, Tür öffnen und durch.
situativ
Jetzt ist Ypsi dran.
Der Anfang ist gemacht, die Klinke gedrückt.Lena ist zufrieden.
situativ Lena
" hast du fein gemacht
Die nächsten Tage wird weiter trainiert, bis es klappt. Lena ist sich da ganz sicher, Ypsi traut sie alles zu. Und Claudia traut ihrer Tochter alles zu, ihrem kleinen Sonnenschein.
OT Claudia
"Lena ist einfach beinahe immer fröhlich und sie hat so eine ansteckende Lebensfreude. Wenn man sie anschaut, Wenn sie lacht, dann muss man einfach mitlachen. Das finde ich wunderschön sie hat mir gezeigt oder uns auch meinem Mann was ist das Wichtigste, dass man Menschen hat, die einen lieben und die einen unterstützen. Und wenn man an sich selber glaubt und andere an einen glauben, dann kann man einfach beinahe alles erreichen. Und das habe ich durch Lena gelernt."
Claudia hat mir ihre Geschichte erzählt, auch um Berührungsängste zu nehmen und aufzuklären. Das hat sie geschafft. Ich muss mich jetzt leider verabschieden.
"Du fährst ja gerne Achterbahn. Ein Tag im Phantasialand möchten wir dir schenken. Mama und Papa dürfen auch mit. Wir hoffen, ihr habt richtig Spaß.Wir hoffen, ihr habt richtig Spaß. Uns hat es mit dir und deiner Familie sehr viel Freude gemacht. Du bist ein tolles Mädchen. Danke, dass wir dich kennenlernen durften"
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Ich habe hier eine starke Familie kennengelernt.Für mich absolute Vorbilder.
OT Jana... können wir uns alle ein Beispiel nehmen.