Während unseres Interviews begibt sich ein Passant in Lebensgefahr! Denn die Leute sind es Leid, was hier passiert.
"...besser geht`s nicht, oder?"
Laaaaange Schlangen am Bahnübergang. Die einen warten im Sitzen, die anderen im Stehen. Im Schnitt ist hier bis zu 14 Stunden täglich die Strecke dicht. Und nicht nur hier: In ganz Neustadt am Rübenberge gibt es sieben solcher Bahnübergänge, sehr zum Leidwesen aller Anwohner:
"Nicht zumutbar was hier läuft"
"Schranke ist mehr zu wie auf, das regt einen schon auf, natürlich."
"Na, das geht hier gar nicht, keine Rettungskräfte. Man könnte schon auswandern."
Der Zug der Geduld, bei den Einwohnern längst abgefahren… Dabei soll sich schon seit Jahren was tun im Schranken-Wahnsinn.
Neustadt am Rübenberge. Beschaulich liegt es auf der Strecke zwischen Bremen und Hannover. Gar nicht idyllisch: Bis zu 300 Bahnen rattern hier täglich durchs Örtchen. Deswegen gibt`s sieben Schranken und die sind dann auch noch minutenlang für den Autoverkehr geschlossen. Jörg Hohmeier, Fachbereichsleiter Infrastruktur weiß auch, wieso:
Experte: "Also die Siedlung wächst und wächst . Es gibt immer mehr Autoverkehr und Fahrradfahrer und Fußgehende und auf der anderen Seite immer mehr Güterverkehr , vor allem aber auch Personennahverkehr."
Wer hier lebt, muss also seinen Tag nach den Schranken planen. Dabei nutzt der ein oder andere Autofahrer die freie Gelegenheit bis zur letzten Sekunde aus...
Wir haben mal nachgemessen. Und tatsächlich: Innerhalb einer Stunde geht hier acht mal die Schranke runter. Teilweise haben Autos nur für gut drei Minuten freie Bahn. Ein riesiges Problem, auch für Rettungskräfte...
Feuerwehr: "Zur Rush Hour Zeit sind acht Minuten mal locker drin, die wir mehr brauchen, als wenn die Schranken nicht da wären . Und acht Minuten bedeutet natürlich für einen Brand vielleicht ein PKW Brand mit Menschengefahr Leben und Tod."
Auch die Übergänge selbst sind auch ein Risiko. Im April dieses Jahr sterben drei Menschen, als der 22-jährige Fahrer um die geschlossene Halbschranke herumgefahren war. Ihr Auto wurde von einem Regionalexpress erfasst.
Den Anwohnern, wie Carsten Köhne, reicht es schon lange. Bereits 2013 gründete er zusammen mit anderen eine Bürgerinitiative.
Bahn: "Und dann sind die Planungen auch vorangegangen. Die Planung ist soweit abgeschlossen , so dass im Prinzip hier hinten in dem Bereich ungefähr 300 Meter weiter eigentlich die neue Bahnbrücke gebaut werden soll."
Start: Dieses Jahr! Nur wie Sie sehen, sehen Sie: Schranken! Behörden sind schließlich kein D-Zug...
Vor 20 Jahren war das ja schon Thema, ob ich es noch erlebe, das weiß ich nicht.
Experte:
Nicht nur die Brücke selbst ist zu planen und die Verkehrswege hin und weg von der Brücke , sondern letzten Endes vor allem auch naturschutzfachliche Themen . Also wir haben einen Wald , wo ein paar Bäume zu roden sind . Kampfmittel , Bodenarchäologie , Grundstücks , Erwerbungen , die getätigt werden müssen und das ist in Deutschland sehr umfangreich.
2028 soll dann übrigens alles picobello fertig sein.
Noch FÜNF lange Jahre also?
(Schranke öffnet sich endlich) Ich muss jetzt los!
jetzt aber schnell, bevor es in ein paar Minuten wieder heißt: Warten, warten und nochmals warten