Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzler Scholz gemeinsam bei der zentralen Gedenkveranstatlung in Berlin. In der Synagoge in der Berliner Brunnenstraße erinnern sie mit vielen Anderen an die unfassbaren Ereignisse in Deutschland. In seiner Rede weist Scholz darauf hin, dass Ausgrenzung Jüdinnen und Juden auch heute noch treffe - trotz des Zivilisationsbruchs des Holocausts.
Olaf Scholz:
"Das ist eine Schande. Mich empört und beschämt das zutiefst."
Historische Verantwortung wahrnehmen, jüdisches Leben schützen - unter diesem Motto gedenkt der Bundestag den Opfern der Nazi-Verfolgung in Deutschland. Unter den Zuschauern auf der Tribüne auch die 102-jährige Holocaust Überlebende Margot Friedländer, neben ihr der Präsident des Zentralrats der Juden und der israelische Botschafter.
Für die Regierung macht Innenministerin Faeser eins ganz deutlich.
Nancy Faeser, SPD:
"Als Gesellschaft müssen wir viel lauter werden. Wir müssen uns dem Hass
gegen Jüdinnen und Juden noch deutlicher entgegen stellen."
Mehr konkrete Maßnahmen gegen den aufkommenden Judenhass, das fordert die Union.
"Ich sage Ihnen, wie die ausschauen sollten. Stufen Sie Antisemitismus als besonders schwere Form der Volksverhetzung ein und verhängen Sie ein Mindeststrafe von sechs Monaten gegen all diejenigen, die gegen Israel hetzen."
In Köln zogen bereits am Abend Menschen bei einem Schweigemarsch durch die Stadt.
Sie erinnern daran, dass sich Ereignisse wie am 9. November 1938, NIEMALS wiederholen dürfen - als in ganz Deutschland Synagogen brannten und jüdische Geschäfte geplündert wurden.
Und doch: 85 Jahre nach der Reichspogromnacht werden mitten in Deutschland wieder Wohnungen mit dem Davidstern gekennzeichnet, auf Synagogen Brandanschläge verübt.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel gab es in Deutschland 2.000 Straftaten, die damit in Zusammenhang stehen. Vergangenen Freitag protestieren in Essen 3.000 Menschen gegen Israel, viele forderten ein Kalifat. Doch dagegen will die Politik entschieden vorgehen.