Es ist ein ungewöhnlicher Besuch, den die Schülerinnen und Schüler im rumänischen Dorf Sint Rilita bekommen. Doch Rodica, das Huhn, Bubbles, die Ente und ihre menschlichen Begleiter haben eine Mission.
RALUCA BALEANU, Tierschützerin: "Es ist wichtig, das Einfühlungsvermögen der Kinder zu fördern. Wir hoffen, dass sie durch die Tiere auch mehr Empathie für Menschen entwickeln. Denn Mobbing in Schulen hat ein ziemlich großes Ausmaß erreicht."
Wer Empathie für Tiere hat, bringt diese auch für Menschen auf. Wer freundlich zu Bubbles und Rodica ist, geht auch respektvoll mit seinen Mitschülern um. So die Idee. Deswegen führt Rumänien in einer Testphase in 20 Schulen das Fach Tierbewußtsein ein.
RALUCA BALEANU, Tierschützerin: "Das könnte Kindern beibringen, dass sie andere lieben müssen, unabhängig von Unterschieden. Wir nehmen auch Katzen, denen ein Auge fehlt, oder Hunde, die bei einem Unfall ein Bein verloren haben, mit in den Unterricht. Sie haben sozusagen körperliche Schwächen. Den Kindern wird beigebracht, das Tier so zu akzeptieren, wie es ist."
Auch Bubbles und Rodica sollen das Mitgefühl der Kinder anregen. Sie stammen beide aus dem Tierschutz. Ich liebe Hühner.
Vöxe "Ich mag es, sie zu füttern, ihnen Schutz und Zuneigung zu geben." "Wenn Hühner misshandelt werden, gefällt mir das gar nicht. Manche Tiere werden von Menschen verletzt. Sie bekommen keine Zuneigung."
Die Tierschützerinnen meinen, die Botschaft, freundlich zu sein, komme bei den Kindern besser an, wenn sie den Tieren im echten Leben begegnen und sie zum Beispiel anfassen können.
OANA VASILIU, Tierärztin: "Wenn man ihnen Bilder zeigt oder sie im Fernsehen etwas über Tierrechte sehen, berührt sie das oft nicht. Aber bei einer direkten Interaktion mit den Tieren bleibt noch eine emotionale Komponente."
Bei den Schulkindern kommt der gefiederte Besuch jedenfalls gut an, und die Tierschützer hoffen, dass künftig noch mehr Schulen in Rumänien auf Tiere im Klassenzimmer setzen. Gegen Mobbing und für mehr Empathie.