"Da ist er. Ja. Natürlich. Oh, so ein Vollbart. Ja, ja, ja, das ist er. Meine Güte. Das ist ja wie ein Thriller."
Es ist der Beginn einer Reise auf der Jagd nach einem Liebesbetrüger.
Karin ahnt nichts Böses, als sie an einem Sommertag ziellos auf einer Datingplattform stöbert und plötzlich von einem Mann namens Robert Scholz angeschrieben wird.
Karin, Scam-Opfer: "Er hatte dann über sich geschrieben, na ja, und ich dann auch. Und so hat sich dann ein Vertrauen aufgebaut."
Inzwischen telefonieren die beiden miteinander, auch per Videochat. Gesprochen wie geschrieben wird auf deutsch. Da zeigt sich nun auch der Mann mit dem gleichen Gesicht wie auf den Fotos zuvor. Dann kommen auf einmal die ersten Geldforderungen.
Karin, Scam-Opfer: "Ja, er hätte finanzielle Probleme auch mit dem Finanzamt und müsse Steuern zahlen."
Er schickte Karin sogar einen Darlehensvertrag über 10.000 € mit dem Versprechen, die Summe zurückzuzahlen. Es ist nicht so, als hätte Karin keinen Verdacht geschöpft. Sie wandte sich an die sogenannten Romance Scambaiter.
Kiki ist seit sieben Jahren aktives Mitglied bei einer Plattform, die Liebesbetrüger aufdeckt. Er heißt Klaus Dieter H. Unter dem Namen finden sie mehrere Hinweise, die auf eine Verbindung nach Ghana schließen lassen.
Kiki: "52 unterschiedliche Profile mit seinen Bildern."
Heute wünscht sie sich nichts mehr, als dem Mann, der sie so manipuliert hat, gegenüberzustehen und ihn zur Rede zu stellen. Auch wenn sie dafür nach Afrika fliegen muss.
Das RTL Sendezentrum in Köln. Gemeinsam mit unserer Cyberexpertin Maya Nedeljkovic hat sich unser Reporter auf Spurensuche begeben.
Maya Ndeljkovic. Cyberexpertin: "Er ist wohl in Ghana. Wirklich, lebt wahrscheinlich dort und dort, rezensierte halt Locations, die er gut findet oder nicht gut findet.Dadurch können wir ihn lokalisieren."
Wir beauftragen einen Informanten aus Ghana und tatsächlich, er wird fündig.
Hamburg, Dezember 2024. Karin und unser Reporter treffen sich am Flughafen. Sie fliegen tatsächlich nach Ghana und wollen ihren Peiniger stellen. Die ghanaische Hauptstadt gilt als Hotspots von Scammern. Als wir landen bekommt unser Informant George eine Info. Angeblich soll unsere gesuchte Person genau jetzt in einer Bar am anderen Ende der Stadt sein.
"Entschuldigung. Wir kennen Sie. Sie sind Klaus aus Deutschland, richtig?"
"Ja."
"Klaus. Dieter. Richtig?"
"Ja."
"Sie betrügen Frauen."
"Nein."
"Doch."
"Nein."
"Doch. Sie scammen."
Vielleicht kommt die Erinnerung ja zurück, wenn er plötzlich einem Opfer in die Augen schaut.
"Guten Tag."
"Wie heißt du?"
"Du kennst mich ganz genau."
"Wie heißt du denn?"
"Du kennst mich ganz genau. Der Name Karin sagt dir nichts?"
"Nein, Noch nie gehört."
"Du. Du weißt nicht, dass du 10.000 € von mir bekommen hast."
"Die Polizei ist hier. Die Polizei nimmt Sie jetzt mit", sagt RTL-Reporter Christopher Grass.
Zwei Jahre hat Karin auf diesen Moment gewartet. Eine Begegnung, die so ganz anders abgelaufen ist, als wir alle es erwartet haben.
Karin, Scam-Opfer: "Das war ein sehr schwerer Gang. Als ich ihn sah. Da hab ich gedacht. Warum machst du so was? Man kann ja auch nicht sein Herz so einfach mal eben auf Knopfdruck schießt. Das geht ja gar nicht."
Der Polizei gegenüber wird Klaus Dieter H. später zugeben, die Telefongespräche mit Frauen zu führen, um sie zum Geld überweisen zu bewegen. Was die Polizei noch feststellt - Klaus Dieter ist illegal in Ghana. Nun soll er der Einwanderungsbehörde überstellt und abgeschoben werden.