Manchmal ist es nur eine einzige blöde Bewegung. Und es durchschießt mich wie ein Blitz im unteren Rücken. Gerade nach einem langen Tag im Sitzen, auf einem eher mittelprächtigen Stuhl im Homeoffice. Und ich denke mir: bitte nicht schon wieder die Bandscheibe, so wie vor etwa sechs Jahren. Da war ich gerade mal 30 Jahre alt.
Meistens ist die Lendenwirbelsäule betroffen, da sie die Hauptlast unseres Körpers trägt. Deutlich seltener trifft es die Halswirbelsäule.
Ich dachte übrigens immer, das heißt Bandscheibenvorfall, weil sich etwas ereignet, weil es einen Vorfall gibt. Dabei rührt der Name tatsächlich daher, dass im wahrsten Sinne des Wortes Bandscheiben nach vorne fallen.
Davon hat jeder Mensch 23 Stück. Sie sitzen wie Kissen zwischen unseren Wirbelkörpern und bestehen im Inneren aus einem Gel artigen Kern. Sie sind sehr elastisch und federn Erschütterungen in unserer Wirbelsäule ab, wie Stoßdämpfer. Mit der Zeit verlieren die Gel Kissen aber Flüssigkeit und werden rissig. Zu wenig Muskulatur, ständiges Sitzen oder schweres Heben üben viel Druck auf die Bandscheiben aus. Bis sie nachgeben und sich nach vorne wölben. Drückt diese Vorwölbung auf Nerven, kann es zu heftigen Schmerzen, Taubheitsgefühlen und sogar Lähmungserscheinungen kommen.
Und dann geht, so wie bei mir damals, erstmal fast gar nichts mehr, weil der Schmerz so heftig ist.
Und ohne starke Schmerzmittel und Cortisonspritzen wäre noch nicht mal das drin gewesen.
Beides HILFT den meisten Betroffenen im Akutfall erstmal. Genauso wie Physiotherapie oder die Beine in Stufenlagerung zu bringen, um den unteren Rücken zu entlasten. Für mich die einzige Position, in der mir damals nichts wehgetan hat.
Nach 8-12 Wochen fällt die Bandscheibe in der Regel dann wieder dahin zurück, wo sie hingehört.
Damit das nicht wieder passiert, heißt es dranbleiben. Bauch- und Rückenmuskulatur stärken, um die Bandscheiben zu entlasten. Bewegung in den Alltag einbauen, zum Beispiel beim Wäscheaufhängen den Korb auf den Boden stellen und sich immer wieder runterbücken. Wenn es zwickt, helfen mir Beckenlockerungen durch Bein-Schwingen und Yoga. Trotzdem glaube ich, meine Bandscheibe wird mich für immer auf Schritt und Tritt begleiten.