Für den leitenden Oberstaatsanwalt Thomas Goger ist ein bedeutender Erfolg der Zentralstelle Cybercrime Bayern. Dank neuer technischer Methoden wurde ein Streamingdienst im Darknet aufgedeckt und gestoppt. Der unter dem Namen Kidflix weltweit Kinderpornografie angeboten hat. Zu Beginn der Ermittlungen waren 1,8 Millionen User auf dem Portal angemeldet. Ein riesiger Markt – der angelehnt an den Namen Netflix Kunden akquiriert hat.
Thomas Goger, Leitender Oberstaatsanwalt Generalstaatsanwaltschaft Bamberg: „Bemerkenswert, dass wir es hier mit einer Plattform zu tun haben, die aus Sicht der Betreiber offensichtlich, nach allem, was wir bislang wissen, ganz überwiegend monetären Interessen gedient hat. Also, der oder die hinter Kidflix wollen damit Geld verdienen. Was auch in ganz erheblichem Umfang gelungen ist.
Die Ermittler sind der Spur des Geldes gefolgt. Mit einem Programm, das automatisiert Kryptowährugnsströme Ströme verfolgt, die im Zusammenhang mit Kinderpornografie stehen.
Guido Limmer, Polizeipräsident Bayerisches Landeskriminalamt: "Die Täter bezahlten für den Zugang zu dieser Plattform. Mit Kryptowährung oder durch das Hochladen von Videos. Und irgendwo ist eine Schnittstelle, wo Kryptowährung in echte Währung umgewandelt werden muss. Und das ist die Stelle, an der der Ermittler auf den Täter zugreifen kann."
Am 10. März startete die internationale Action Week – unter Beteiligung von 38 Staaten. Der Server wurden in den Nie-erlanden beschlag nahmt. 1.393 Nutzer wurden bereits identifiziert. Davon 103 Tatverdächtige aus Deutschland. Die Ermittlungen dauern an. Denn es geht darum, Kinder aus aktuellem Missbrauch zu befreien.
Guido Limmer, Polizeipräsident Bayerisches Landeskriminalamt: "Kinder wurden dann aus der Familie, aus den betroffenen Verhältnissen, herausgenommen und zu Verwandten gebracht oder in die Obhut des Jugendamtes überführt. Insgesamt gelang es zwölfmal, einen aktiv laufenden Missbrauch zu unterbinden und die Kinder zu retten."
Der Name Kidflix zeigt einmal mehr die Skrupellosigkeit und emotionale Kälte der Betreiber.
Guido Limmer, Polizeipräsident LKA Bayern: "Es waren 6.000 Stunden Videos auf diese Plattform geladen, die nur den Missbrauch von Kindern und Minderjährigen gezeigt haben. Teilweise auch von Kleinstkindern und Kindern. Es sind Dinge, die man sich nicht will, aber auch die unvorstellbaren Dinge sind abzurufen gewesen."
Die Anbieter des Streamingdienstes fühlten sich über Jahre im Darknet sicher. Die Fahnder aus Bayern lassen nicht locker, um sie mit internationaler Hilfe aufzuspüren und anzuklagen.