Curth zeigt sich im Landgericht Dessau Roßlau von der Seite, die sonst nur seine Familie kennen soll.
Besonders aggressiv sind wir da. Er mag das nicht.
Bei Christine M.kommen im Gericht viele schlimme Erinnerungen wieder hoch. Dank ihr und ihrer Tochter soll es erst zu den Ermittlungen gegen ihren Onkel gekommen sein.
Wir saßen am Tisch und hatten eine Meinungsverschiedenheit und sie war ja vorher schon sehr verhaltensauffällig. Sie war schnell auf 100, sie war in sich gekehrt, sie ging nicht mehr raus. Sie wollen nur noch zu Hause. Und auf einmal sagte sie in dem Ton, wo sie sauer war Ihr wisst gar nicht, was mir passiert ist. Und da kam das alles ans Licht.
Ihre Tochter wird mit neun Jahren von Kurt Harmes braucht. Es ist das gleiche Trauma, das auch Christine M. mit ihm durchgemacht haben soll. Die 42-jährige sei als Kind selbst von dem Angeklagten missbraucht worden.
Ich habe mich sehr unwohl gefühlt. Ich wusste gar nicht, was da gerade passiert. Ich war so starr und und konnte gar nichts machen. Ich war ja wie in Trance, total überfordert.
Kurt H soll nach außen hin ein sympathischer Mann sein. Doch der Prozess offenbart Innerhalb der Familie und im Bekanntenkreis scheint der heute 67-jährige ein Tyrann zu sein und das Vertrauen seiner Opfer auszunutzen. Immer mehr Frauen trauen sich nun, sich zu wehren, darunter auch die Tochter seiner damaligen Freundin. Mit elf soll er sie entjungfert und sie später unter Druck sogar geheiratet haben. Fünf Kinder entstehen aus der Ehe, alle durch Vergewaltigung, sagt sie. Die gemeinsame Enkeltochter soll er sogar vor ihren Augen missbraucht haben.
Bei unseren Ehebetten ist er auch unten angefasst und die Decke hat sich ja bewegt. Und wenn man sich die Decke bewegt, weiß man ja alles, oder?
Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft. Im Gericht versucht Curth, die Taten herunterzuspielen. Erektionsprobleme hätten ihn beim Missbrauch gehindert. Trotzdem legt er in sieben Fällen ein umfassendes Geständnis ab, vermutlich um die Strafe zu mildern. Am Ende sind es sechs Jahre und acht Monate Haft, unter anderem für schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung und Körperverletzung.
Die Betroffenen und deren Angehörige haben geklatscht. Die Richterin musste hier allerdings ermahnen und meinte, man sei nicht in einem Theaterstück und auf der anderen Seite fielen auch Tränen, und zwar von den Kindern, die noch zu ihm halten.
Auch wenn die Familie durch den pädophilen Sexualstraftäter zerstritten ist, bereut Christine Meyer nichts. Sie hätte schon viel früher gegen Curth vorgehen sollen. So hätte vielleicht Schlimmeres verhindert werden können.