In wenigen Wochen bekommen diese Eltern aus Thüringen ihr fünftes Kind. Der Stress ist ohnehin schon groß, aber jetzt soll die Familie auch noch ihr Zuhause verlieren.
Josef Dornieden: „Wir standen auf einmal da. Uns ist der Boden unter den Füßen weggerissen worden.“
Der 1. September 2023 in Eichsfeld (Thüringen). Die sechsköpfige Patchworkfamilie bezieht in diesem Haus eine große Mietwohnung.
Charlen Heinze-Steinbrück: „Es sollte ja so ein bisschen diese kleine, perfekte Welt werden, wo sich alle einleben können.“
Das Paar malert, tapeziert, verlegt neue Laminatböden und gibt dafür etwa 10.000 Euro aus. Der Vermieter weiß über die Renovierungsarbeiten Bescheid und möchte, dass das Paar sofort einzieht. Deshalb zahlen die beiden drei Monate lang doppelte Miete.
Doch ein Jahr nach ihrem Einzug kommt die Horrornachricht per Post.
Josef Dornieden: „Darin stand drin, dass für das Haus schon seit mehreren Jahren eine Nutzungsuntersagung besteht, wir sollten dazu Stellung nehmen. Es erweckte den Eindruck, dass wir hier auch illegal eingezogen sind.“
Der Vermieter hat an dem Haus bauliche Änderungen vorgenommen, die gegen die Auflagen verstoßen. Deshalb wird der Familie eine Auszugsfrist zum 31.10 gesetzt.
Josef Dornieden: „Das Haus wurde zu hoch errichtet, die Balkons an die falsche Seite angebracht.“
Charlen Heinze-Steinbrück: „Wir haben Verantwortung und das ist das, was uns so ein bisschen auch auf den Magen schlägt, dass der Vermieter da uns so hängen lässt.“
Auf Anfrage von RTL teilt das Bauaufsichtsamt unter anderem mit: „Sofern der Bauherr nicht aus eigenem Antrieb baurechtskonforme Zustände herstellt, bleibt nur die vollständige Beseitigung. Der Eigentümer würde in diesem Fall die Kosten hierfür tragen.“ Kurzum: Entweder wird das Haus vorschriftsmäßig umgebaut oder es wird abgerissen.
Das Paar hat sich einen Anwalt genommen. Thomas Schöttler, Anwalt der Familie: „Hier wird man dann oder werde ich dann die Schadensersatzansprüche gegenüber dem Vermieter geltend machen. Ja, und dann natürlich muss man darüber nachdenken die Umzugskosten, die dann entstehen.“
Unsere Reporterin fährt zum Büro des Vermieters. Immerhin hat er der Familie eine Wohnung vermietet, die er nie hätte anbieten dürfen. Maria Neubauer: „Man sagte mir, dass er fünf Minuten vor unserer Ankunft das Büro verlassen habe. Ich konnte aber mit seiner Ehefrau sprechen. Diese wollte sich offiziell vor der Kamera nicht äußern. Im Gespräch wies sie aber sämtliche Schuld von sich.“
Die Familie hofft nun, ein neues Zuhause zu finden und dass sie vom Vermieter die Unkosten für die Renovierung und den Umzug zurückbekommen.