Angriffe auf Polizisten, Feuerwehr und Sanitäter. Feuerwerkskörper werden zu Waffen, es fallen Schüsse. Die Ausschreitungen an Silvester 2022 waren ein neuer, trauriger Tiefpunkt, nicht nur in Berlin.
Rückblick: Jasmin und Marius unterstützen die Einsatzkräfte freiwillig, schenken ihre Freizeit in dieser Nacht den Menschen. Alle erwarten einen herausfordernden Dienst, doch was tatsächlich folgt, das ahnt niemand. Notruf aus der Silbersteinstrasse in Berlin Neukölln. Plötzlich schieben junge Männer Mülltonnen auf die Fahrbahn. Zünden sie an.
Völlig unerwartet richtet ein Vermummter eine Pistole auf die Männer im Einsatzfahrzeug.
Flucht! Unter Beschuss von Raketen und Gaspistolen - Jasmin und Marius von der Freiwilligen Feuerwehr können kaum glauben, was sie eben gesehen haben.
"Das war saugefährlich. Ich hatte auch Angst. Also was da abging war nicht normal Die Menschen." (O-Ton Jasmin)
Kurz darauf:
In der High-Deck-Siedling - Genau unter einem Wohnhaus entzünden Chaoten Feuer in einem leeren Bus und behindern auch hier den Einsatz der Feuerwehr. Wir wollen ein Interview führen, werden gestört. Wieder kommen Waffen zum Einsatz. Mitten in Deutschland.
Schüsse fallen direkt neben Bommerts Kopf.
Nur unter massivem Polizeischutz können die Feuerwehrleute ihre Ausrüstung zusammenpacken. Deutschlandweit kommt es in dieser Silvesternacht zu hunderten Angriffen auf Einsatzkräfte. Damit DAS nicht wieder passiert, veröffentlicht die Berliner Polizei jetzt dieses packende Video. In dem sie förmlich darum fleht, bei ihren Einsätzen nicht wieder zur Zielschiebe zu werden:
"Wir gehen gemeinsam in den Einsatz, damit ihr Silvester sicher feiern könnt. Und um euch zu helfen, wenn ihr uns braucht (...) greift uns nicht an. Beschießt uns nicht mit Böllern, Raketen oder Schreckschusspistolen"
Denn auch wenn den Tätern dafür im Prinzip mehrere Jahre Haft drohen könnten, greift die Justiz nur in den wenigsten Fällen mit voller Härte durch. Der Jugendliche, der mit der Gaspistole auf die Retter zielte, war zur Tatzeit 17. Angeklagt wegen gefährlicher Köperverletzung, gibt er sich reumütig: "Im Verfahren hat er sich umgedreht und sich beim Feuerwehrmann und bei uns entschuldigt. Viele sagen: Die müssen in den Knast. Aber beim Jugendstrafrecht steht das Erzieherische im Vordergrund.“ (O-Ton Andreas Hahn, Reporter)
Auch in der Politik blickt man mit Bedenken auf die kommende Silvesternacht.Bundesinnenministerin Faeser hat große Sorge, dass sich die - so wörtlich - "sinnlose Gewalt“ wiederholen könnte. Allerdings seien Bundesländer und die Polizei diesmal auch vorbereitet.
"Wenn wir jetzt allein über die Kräfte sprechen die in den Einsatz eingebunden waren, dann waren es im letzten Jahr ca. 1300 und dieses Jahr sind es deutlich über 2000" (O-Ton Beate Ostertag, Polizei Berlin)
Aufgrund des Nahostkonflikts sei die Polizei zudem auf erhitzte Gemüter und neue Ausschreitungen vorbereitet.
"Hinzu kommt natürlich ein sehr hohes Schutzbedürfnis jüdischer und israelischer Einrichtungen, was wir auch im Rahmen des Silvesterinsatzes natürlich berücksichtigen" (O-Ton Beate Ostertag, Polizei Berlin)
Sie hoffen, auch in diesem Jahr helfen zu können, ohne angegriffen zu werden.