Mindestens 26 Lauben soll dieser Mann angezündet haben – eine Überwachungskamera filmt ihn, als er sich mal wieder an einem Häuschen zu schaffen macht. Rückblick: Weihnachten 2023 beginnt die Brandserie in Wolfsburg. Die Kleingärtner der Siedlung Westersieck können die Tränen nicht mehr zurückhalten. Zu groß ist der Schmerz. Die Laube von Tatjana Wegert war eine der ersten, die in Flammen aufging.
Tatjana Wegert, Rentnerin: "Das war eine Scheune, wo alles stand, alle Geräte und alles war da drin für Gartenbenutzung, alles. Wir haben gerade neuen Rasenmäher gekauft und mein Fahrrad und alles, ist alles ausgebrannt, ist alles weg. "
Über zehn Jahre hat die Rentnerin viel Herzblut in ihren Garten und ihre Laube gesteckt.
So wie viele andere Kleingärtner – auch von dieser Laube bleibt nach 22 Jahren nur noch eine Ruine. Die Besitzer fassunglos:
Gisiu Katisi, Kleingärtnerin: "Das war ein Schock. 22 Jahre. Wir haben jeden. Jeden Tag. Wir waren immer hier // Jetzt haben wir nichts mehr."
Die Schäden belaufen sich insgesamt auf mindestens 600.000 Euro. Da kaum ein Laubenbesitzer versichert ist, müssen die meisten die Schäden allein tragen.
Jürgen Meier, Kleingärtner:"Wer versichert schon mal seine Laube? Das ist jetzt nach den Bränden erst passiert, wo die Leute gesagt haben 'Oh, da gibt es ja eine Versicherung' und schon haben sie eine Versicherung abgeschlossen. Aber früher hat sich keine Sau drum gekümmert. Ist ja nichts passiert"
Seit Beginn der Brandserie ermittelt die Polizei. Doch einfach nur auf die Ergebnisse warten reicht den Kleingärtnern nicht aus. In nächtlichen Streifen laufen sie täglich durch die Anlage und bewachen ihre Grundstücke. Einige Besitzer installierten in ihre Lauben Überwachungskameras – eine löste jetzt aus.
Jürgen Meier, Kleingärtner: "Ich muss dazu sagen, ich würde mich glücklich schätzen, wenn mehrere Leute so eine Kamera hätten. Damit es einfach ist, den Täter zu finden. Jeder wünscht sich, dass er geschnappt wird."
Die Polizei hofft durch die Überwachungsbilder auf einen schnellen Fahndungserfolg.
Melanie aus dem Bruch, Pressesprecherin Polizei Wolfsburg: "Solange man einen Täter nicht gefasst hat, besteht ja immer die Gefahr, dass es noch weitergeht. Und ich glaube, wenn wir den Täter dann endlich ermitteln können, führt das schon zu großer Beruhigung."
Solange werden die Kleingärtner auch weiter ihre nächtlichen Runden ziehen. Damit endlich wieder Ruhe einkehrt, in ihrem Kleingarten-Kleinod.