Impfreaktionen oder -nebenwirkungen können bei allen Impfungen auftreten, so auch bei der Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Auch der 20-jährige Luca Santos Oliveria aus dem hessischen Lützelbach bemerkt vier Tage nach seiner Booster-Impfung plötzlich Veränderungen an sich. Unter welchen Beschwerden er leidet und wie Mediziner diese einschätzen – im Video.
Luca aus Lützelbach geht es gar nicht gut.
Seit seiner Booster-Impfung vor über einem Monat hat er Beschwerden, vieles ist nicht mehr so wie früher.
--OT Luca Santos Oliveria (07:14:00): “Letztens haben wir uns hier bei uns in der Straße was zu Essen geholt. Und dann fehlt mir schon die Luft beim nach Hause gehen nur. Also ich bin dann erstmal kurz fertig, muss dann erstmal kurz durchatmen und dann geht’s weiter.“
Angefangen haben die Beschwerden vier Tage nach der Booster-Impfung.
Lucas wird in der Dusche plötzlich schwarz vor Augen und er kriegt ein Stechen in der Brust.
Seitdem ist er krankgeschrieben, arbeiten oder Fußball spielen im Verein momentan nicht vorstellbar.
OT Luca Santos Oliveira (15:45:00): „Der Druck auf der Brust ist halt das Schlimme. Wenn der Druck anfängt, merk ichs halt auch mit der Luft. Auch wenn ich liege merk ichs. Also ich kann ganz normal atmen, so isses nicht, aber es ist nicht so wie es sonst ist, wie vorher.“
Am Tag als ihm schwarz vor Augen wird, kommt Luca ins Krankenhaus.
Dort ist sein Troponin-Wert erhöht.
Ein Wert, der auf eine Auffälligkeit des Herzens schließen lässt.
Dieser sinkt aber schnell wieder.
OT Dr. Michael Stanisch, Lucas Kardiologe (25:48:00): „Zu diesem Zeitpunkt, als ich ihn kennengelernt hab hat sich dieser Herzmarker schon wieder normalisiert. Er war noch nicht ganz Beschwerdefrei, deswegen die Entscheidung für das MRT und das MRT war erfreulicherweise ohne Hinweise auf eine Entzündungsreaktion auf die Impfung.“
Trotzdem hat Luca immer noch Beschwerden, woher die kommen könnten wollen wir von Immunologe Peter Kern aus Fulda wissen, wir zeigen ihm unser Interview mit Luca.
Er hat den 20-jährigen nicht selbst untersucht, hat aber die Daten und Werte von Lucas Ärzten gesehen.
OT Prof. Peter Kern (34:45:00): „Wenn jemand jung und gesund, wie Luca war, so ein Problem nach einer Impfung, also einer immunologischen Stimulation hat, dann ist es naheliegend erstmal zu gucken, ob sein Immunsystem sehr stark, also überschießend reagiert und deswegen sehr viel Energie verbraucht jetzt für diese Reaktion nach der Impfung, was dann eine Erklärung für seinen Zustand sein könnte.“
Bedeutet: Lucas Immunsystem könnte auf die Impfung überreagiert haben und fährt jetzt alles andere zurück.
Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Impfung eine Infektion imitiert.
OT Dr. Peter Kern (32:23:00) „Also eine Infektion ohne Krank zu werden sozusagen. Für’s Immunsystem eigentlich das gleiche, das Immunsystem kann Impfung und Infektion quasi nicht unterscheiden. Das bedeutet, dass eine solche Impfung auch Folgeschäden hervorrufen kann, die ähnlich sind wie bei einer Infektion.“
Seit Beginn der Impfkampagne sind 80 Anträge wegen Impfschäden beim Regierungspräsidium Gießen eingegangen.
Unter anderem wegen Herzerkrankungen, Thrombosen oder Sehstörungen.
Auf Anfrage heißt es dort:
Zitat: „Ein Impfschaden liegt erst dann vor, wenn die Gesundheitsstörung über eine übliche Impfreaktion hinaus geht, länger als sechs Monate in relevantem Umfang besteht und in der medizinischen Kausalitätsprüfung mit Wahrscheinlichkeit eine kausal wesentliche Bedingung zur Impfung aufweist. Der zeitliche Zusammenhang alleine reicht nicht aus.“
Heißt, dass ein Patient nachweisen muss, dass seine Erkrankung auf die Impfung zurückzuführen ist.
Bislang sei laut Regierungspräsidium noch kein Antrag anerkannt worden.
Dabei muss man auch zwischen Impfreaktionen und Impfschaden unterscheiden.
Impfreaktionen klingen meistens nach wenigen Tagen wieder ab.
Immunologe Peter Kern macht Luca Hoffnung, dass er keine bleibenden Schäden davon trägt:
OT: Dr. Peter Kern (35:41:00) „Das Immunsystem wird sich von selber wieder auf eine normale Reaktionslage zurückbewegen, das kann aber bis zu Monaten dauern.“
Luca gehört zu nur 0.02 Prozent, die eine schwere Impfnebenwirkung.
Trotzdem ist Impfen immer noch der Beste Schutz, davon ist der Immunologe überzeugt.
Denn zum Beispiel die Herzmuskelentzündungen, können bei der Erkrankung heftiger ausfallen.
Peter Kern warnt deshalb davor sich nicht Impfen zu lassen.
Es sei eine Risikoabschätzung, die pro Impfen ausfällt, deshalb hat sich auch Luca impfen lassen.
OT Luca Santos Oliveira (17:27:00): „Mir waren die Risiken bekannt, ich habe ja auch alles unterschrieben. Aber, dass es mich jetzt betrifft, hätte ich nicht gedacht. Aber wenn man das dann so am eigenen Leib spürt, wünscht man das keinem.“
Der 20-jährige aus Lützelbach hofft, dass er bald wieder fit ist.
Eine mögliche vierte Impfung käme für ihn aber nicht mehr in Frage.