Auf den ersten Blick sieht die Küche dieses Londoner Restaurants aus, wie jede andere. Schaut man aber genauer hin, fällt einem aber etwas ganz Entscheidendes auf - oder eher, nicht auf.
11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entstehen in Deutschland jedes Jahr,. Hier in GB sind es 10 Millionen Tonnen. In diesem restaurant entstehen aber wirklich fast keine, denn hier gibt es noch nicht mal einen Mülleimer
Und genau das war der Grundgedanke, als Silo vor fünf Jahren eröffnete: zu beweisen, dass ein Restaurant keinen Mülleimer braucht. Heutzutage wird 99 % dessen, was im Restaurant ankommt verwendet, der Rest landet auf dem Kompost. Doch dahin zu kommen war alles andere als ein Zuckerschlecken.
Es gab viele Versuche bei denen wir gescheitert sind, viel Frustration, aber es geht darum Geduld zu haben und etwas schönes zu kreieren. Wir müssen weniger darüber nachdenken, was wir in fünf Sekunden wollen, sondern mehr ,was wir in zehn Jahren wollen und dann gucken wie man das verbindet. Wir wollten leckeres Essen machen aber uns auch richtig verhalten
Und so bekommt alles einen neuen Lebenszweck: aus alten Glasflaschen werden Teller, Lampen und sogar Löffel, der Boden besteht aus alten Korken, der Tresen ist aus recyceltem Plastik und die Gewürze werden aus fermentierten oder getrockneten Lebensmittelabfällen gemacht. Zum Beispiel übrig gebliebenem Eiweiß, Zwiebelschalen, Kaninchenköpfen oder Brotresten.
Das hier sind Brotkrumen, getostet und in selbstgemachte Gewürzen und Brauner butter eingelegt. Kann ich es probieren? Klar. Oh, sehr lecker
Lecker und nachhaltig ist auch das vegane Essen von Heaven’s Kitchen in Stuttgart. Für 55 Euro bekommt man 6 Gänge, serviert auf kompostierbarem Backpapier. In der Kompostieranlage im Keller wird das dann mit Essensresten zu Dünger gemacht. 25 Kilo organischer Müll kommen hier täglich rein, der Kompost wird verkauft, die Erlöse gespendet.
Wir haben unsere Sprossen, unsere Microgreens auf wiederverwehrtbaren plastic trays, wo auch das Saatenbett weiterverwertet wird für die Pilzzucht. Dann haben wir unsere Hafermilmaschine, mit der wir die Hafermilch frisch produzieren, gänzlich ohne Verpackungsmüll.
Einen Mülleimer brauchen sie bei Heaven's Kitchen aber trotzdem noch.
Auch, weil es an Finanzierungshilfen vom Staat fehlt und es Zeit kostet Konzepte komplett umzustellen.
Man kann nicht von heute auf morgen sagen, wir produzieren keinen Müll mehr. (…) Wir versuchen nur, es tagtäglich zu minimieren, sodass Lösungen gefunden werden für verschiedene Aspekte
In London hat man diese Lösungen schon und lädt wöchentlich Gatronomen von überall ein, sich ihr Konzept anzuschauen, von Silo zu lernen. Und das Essen? Das schmeckt obendrein auch noch hervorragend.
mmh wow, sehr lecker, mmhhhhh
der Käse und es ist süss und salzig und alles gleichzeitig
Und gut für unseren Planeten ist es auch noch - wenn auch nicht ganz günstig: ein 9 Gänge Menü kostet um die 85 Euro. Doch wie heißt es so schön: das Gewissen isst mit.