Jim Schmidt, Gabbys Stiefvater:
Sie sagten: "Wir haben Überreste ihrer Tochter gefunden." Und ich habe geweint und gefragt: "Sind sie sicher?" Dann zeigte die Polizei mir Fotos. Es war unsere Tochter."
Gabby ist 22 Jahre alt, als sie mit ihrem Freund Brian zu einem Roadtrip quer durch die USA aufbricht. Ihr Traum ist es, mit Bloggervideos von unterwegs Geld zu verdienen.
Was keiner weiß, Brian beleidigt seine Verlobte, setzt sie psychisch unter Druck. Wird sogar handgreiflich. Als sie durch einen Nationalpark in Wyoming fahren, bemerkt ein anderer Autofahrer, wie das Paar sich streitet und ruft die Polizei.
Hätte Gabbys Leben zu diesem Zeitpunkt vielleicht gerettet werden können?! Hinweise, dass ihr Verlobter sie verletzt haben könnte, gab es zu diesem Zeitpunkt schon!
Das Videomaterial wird erst veröffentlicht, als Gabby als vermisst gilt. Da war sie schon tot. Erwürgt von ihrem Verlobten, wenige Tage nach diesem Vorfall. Wenige Wochen später nimmt er sich das Leben. Erst nach dem Tod der beiden jungen Menschen findet man Gabbys Tagebuch-Einträge und Textnachrichten. Und erst dann wird deutlich, wie sehr Gabby unter ihrem Freund gelitten haben muss.
Beweismittel, die das FBI findet, wie Notizbücher, Zeichnungen und Waffen, geben im Nachhinein einen Einblick in Brians Innenleben. Brian schien seit Jahren unter psychischen Problemen und Tötungsfantasien gelitten zu haben, bevor er Gabby schließlich tötet.
Seitdem fragen sich ihre Eltern täglich: Würde Gabby heute noch Leben, wenn WIR mehr zwischen den Zeilen gelesen hätten?
Seit Gabbys Tod sind knapp vier Jahre vergangen. In Erinnerung an die junge Frau haben sie eine Stiftung gegründet. Eine, die anderen Menschen in toxischen Beziehungen die Möglichkeit gibt, sich schnell und anonym Hilfe zu holen.
Jim Schmidt, Gabbys Stiefvater:
"Ich bekomme viele Nachrichten von Menschen, die mir sagen: ich wusste gar nicht, dass ich in einer potenziell gewaltsamen Beziehung stecke, bis ich Gabbys Geschichte gesehen habe. Danach habe ich mir Hilfe geholt und bin da sicher raus gekommen."
Gabby ist tot. Aber vielleicht kann ihr Tod für andere Familien ein Weckruf sein: schaut hin, hört hin und fragt nach, wie es euren Kindern geht. Auch wenn sie vermeintlich erwachsen "genug" erscheinen! Denn nur so können ihre Leben hoffentlich gerettet werden!