Fernab jeder Zivilisation umgeben von Schnee- und Eismassen - Hier sitzt das Forscherteam mit dem aggressiv geworden Kollegen fest. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt dieser Hilferuf eins der Teammitglieder: „Ich mache mir große Sorgen um meine eigene Sicherheit und frage mich ständig, ob ich das nächste Opfer sein könnte.“
Insgesamt zehn Wissenschaftler arbeiten derzeit in der südafrikanische Forschungsstation Sanae IV. Monatelang mit den immer gleichen Kollegen auf engstem Raum. Eine harte Prüfung für die Nerven.
Dirk Steffens, RTL-Wissenschaftsexperte: "War selbst mehrfach auf Forschungsstation in der Arktis und das ist eine echte Belastung."
Auf diesen Bildern aus dem Jahr 2020 führen uns zwei Forscher des damaligen Teams durch die Station. Trotz Billardtisch, Bar und eigenem Kinosaal gibt es hier kaum echte Rückzugsmöglichkeiten. Der Polarforscher Andreas Läufer hat diese Enge und Isolation auch schon erlebt.
Andreas Läufer, Polarforscher: "Natürlich sind die Personen geschult auch gestestet worden, aber der Koller kann natürlich kommen, das ist nicht vorhersagbar. Es ist dunkel, der polare Winter kommt, da kann man jetzt nicht einfach mit dem Schiff oder Flugzeug rein!"
Eine Rückholaktion ist also derzeit kaum möglich. Dabei soll der aggressive Forscher bereits sexuell übergriffig und gewalttätig geworden sein und er soll gedroht haben, einen Kollegen umzubringen. Jetzt sollen Psychologen helfen - per E-Mail.
Janina Hagemann, Psychologin: "Auf Distanz zu unterstützen, funktioniert, aber im persönlichen Setting natürlich besser!"
In für antarktische Verhältnisse unmittelbarer Nachbarschaft steht übrigens die deutschen Polarstation Neumeyer, doch auch von hier wäre Hilfe nicht einfach zu leisten.
Dirk Steffens, RTL-Wissenschaftsexperte: "Unmittelbare Nachbarschaft bedeutet über 200 km, als Tagesreise oder je nach Wetter auch unerreichbar. Die Teams müssen also stabil sein, sonst kann es zu persönlichen Katastrophen kommen!"
Noch für mindestens zehn Monate werden die Forscher in der Antarktis ausharren müssen. Um eine riskante Evakuierung als letztes Mittel zu vermeiden, wäre es also gut, wenn die Ferntherapie wirkt.