Der Andrang ist riesig – alle wollen den Angeklagten sehen, der die 14-jährige Marie Sophie erwürgt und sich an ihrer Leiche verging.
Ein Martyrium für die Eltern – kurz nach der Tat sprechen wir mit dem Vater.
„Schlaflose Nächte, wenig Schlaf, schon hart“
Aber der mutmaßliche Täter - im Gerichtssaal zeigt er sich selbstbewusst:
„Er beobachtet den Prozess in allen Bereichen und ist immer wieder mit den Augen bei dem, der wirklich spricht. Dabei verschränkt er seine Arme und zeigt sich selbstsicher.“
Doch bei Prozess kommt jetzt raus, Rene G. ist wohl ein abgrundtief böser Mensch.
Bad Emstal, eine kleine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel. Hier lebt die 14-jährige Marie Sophie. Als sie am 27. September gegen 18:30 Uhr das Haus verlässt und nicht wieder zurück kommt, machen sich Nachbarn und Familie sofort auf die Suche. Auch Melanie Siebert, die direkt nebenan wohnt, ist dabei.
„Wir sind dann gestern nochmal los und sind ins Feld und haben gesucht und wussten auch grob die Parkbank, weil sie sich da wohl zum Rauchen immer getroffen hat.“
Doch die Suche bleibt ergebnislos. Erst einen Tag später macht ein Anwohner eine schreckliche Entdeckung.
„Genau auf diesem Waldstück etwa 100 Meter entfernt hackte ein Mann Holz, fand die Leiche der 14-jährigen. Sie ging zuhause weg, um sich mit dem Tatverdächtigen zu treffen. Kam nicht zurück.“
Die Nachricht vom Tod des Mädchens verbreitet sich schnell in dem kleinen Örtchen, in dem nicht mal sechstausend Menschen leben.
Marie Sophies Mutter hat sofort einen Verdacht.
„Ich wusste sofort, wer es war und was passiert ist. Ein Bekannter der Familie. Ein Bekannter, der auch Marie kannte. Eigentlich sollte er keinen Kontakt zu ihr haben. Aber er war halt besessen von ihr.“
Einen Tag später nimmt die Polizei den damals 20-jährigen Rene G. fest. Die Beamten finden Maries Handy in seiner Wohnung. Er selbst soll seine Hilfe bei der Suche angeboten haben.
„Derjenige hat noch mit uns kommuniziert die ganze Zeit. Wollte uns eigentlich noch helfen.“
Jetzt im Prozess kommt raus, was der Angeklagte – den wir im Gericht nicht zeigen dürfen – mit der 14-Jährigen gemacht hat. Schwer zu hören für die Eltern.
„Ist planmäßig vorgegangen“
Eine Bekannte der Familie hört, was der Angeklagte nach dem Würge-Mord gemacht haben soll.
„Erst mal Zigarette angemacht, musste runterkommen, man bringt ja nicht jeden Tag jemanden um.“
Für alle im Gerichtssaal ist der Mörder planvoll und grausam vorgegangen. Außerdem habe er sich immer wieder Missbrauchs- und Gewaltvideos an jungen Frauen angeschaut.
„Nach ungefähr zweieinhalb Stunden Vortrag des Sachverständigen kommt dieser zur Erkenntnis, dass der Angeklagte Rene G. zu 100 % schuldfähig sei aus medizinischer Sicht, und dass er es auch bejahen würde, dass er in Sicherheitsverwahrung genommen wird, weil das Rückfallpotenzial sehr hoch sei.“
Sein Motiv für den Mord: offenbar erwiderte Marie Sophie nicht seine Liebe – deshalb musste sie wohl sterben. Vor wenigen Minuten das Urteil der Richter : Rene G. muss für 9 Jahre und 11 Monate ins Gefängnis für den Mord und die Störung der Totenruhe von Marie-Sophie.