Ich tauche gerne oft und lange in die sozialen Netzwerke ab und vergesse dabei auch mal die Zeit. Das Problem kennt auch Neurologe Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz. Der Übeltäter, der ihn, aber auch mich am Handy hängen lässt, ist klar: Der Botenstoff Dopamin.
Das ist das Problem bei der Sucht beispielsweise es spielt auch im sogenannten limbischen System eine wichtige Rolle, dass es unser Sucht und Emotionssystem im Gehirn und daher kann es bei einer Dysregulation, bei einer Fehlregulation eben auch zu problematischen Verhaltensweisen kommen.
Und um genau dem entgegen zu wirken, faste ich einen Tag lang Dopamin. Heißt, ich verzichte auf alles, was mir sonst Spaß macht. Soziale Kontakte, mein Handy UND Social Media. Heute arbeite ich von Zuhause. Bevor mein Mini-Selbstexperiment startet, geht ein letzter Griff zum Handy. Was sagt meine Bildschirmzeit?
„Also der gestrige Tag besteht aus viereinhalb Stunden Handyzeit. Davon verbringe ich eine Stunde und 50, also knapp die Hälfte auf Social Media.“
Ja, es ist einfach tückisch. Dass ich den Handyentzug nötig habe, bemerke ich nach etwa einer Stunde. Ich fühle mich unruhig und bin unkonzentriert. Mein Griff will ständig zu meinem Smartphone gehen.
„So kurze Zwischenpausen, in denen auch einfach mal nichts passiert, in denen ich nicht Social Media checke oder einer Freundin schreibe. Das bin ich so gar nicht mehr gewohnt.“
Dopamin fungiert in solchen Situationen als ein gewisses Erwartungshormon. Als Beispiel: Ich schreibe etwas, ich erwarte Feedback. In dem Moment wo ich warte, wird Dopamin freigesetzt. Wenn ich dann eine Antwort bekomme, werden zusätzlich Endorphine ausgeschüttet. Die lösen Glückgefühle bei mir aus und davon will ich natürlich immer mehr. Deshalb macht mir meine Mittagspause heute auch so gar keinen Spaß. Aus dem Fenster gucken statt Serie schauen. Ich empfinde seit langer Zeit mal wieder Langeweile.
„Wir machen einen kompletten Reizstopp, wir gucken nicht mehr aufs Handy, wir legen es weg, wir beantworten keine Emails mehr und schirmen uns quasi ab in der Hoffnung, dass dadurch das suchtmachende Dopamin abnimmt.“
Inwiefern dadurch wirklich mein Dopamin-Spiegel sinkt, kann man nicht sagen, da Dopamin nicht so einfach messbar ist. Was ich aber merke ist, dass ich im Laufe des Tages ruhiger werde und der Zwang, mein Handy zu checken nachlässt. Mir hat das Dopamin Fasten bewusst gemacht, wie oft ich doch am Display klebe. Deshalb lass ich mich ab sofort von meinem Handy daran erinnern, es schneller wegzulegen.