Elisabeth Schehmann und ihre Mutter sind verzweifelt. Über ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters warten sie noch immer auf seinen Grabstein. Über 2.000 Euro hat sie dafür bezahlt.
„Ist schon sehr enttäuschend und sehr sehr traurig. Immer wenn ich hier hinkomme. Letztes Mal musste ich mich sogar ins Auto setzen. Ich habe das ja auf meine Kappe quasi übernommen und für unsere Familie.“
Doch sie ist nicht die einzige, die wartet. 38 Familien haben sich inzwischen über das Internet gefunden. Sie alle haben bei der gleichen Firma Grabsteine im Wert von bis zu 11.000 Euro bestellt.
„Die haben Gelder kassiert, die Konten geplündert sag ich mal und die Menschen warten auf ihre Steine. Aus dem Leid der Menschen haben die Geschäfte gemacht.“
Mit DIE ist die Firma DGG Deutsche Grabstätten und Grabmal Gesellschaft gemeint. Vor ihr warnt mittlerweile auch die Verbraucherzentrale.
„Notfalls kann man versuchen eigene Ansprüche durchzusetzen mit einem Mahnbescheid oder einer Klage. Man kann sich bei eine begründeten Betrugsverdacht auch an die Polizei wenden.“
Und die wird jede Menge zu tun haben, denn bei Grabsteinimporteur Gjerc Blakqori stapeln sich die bestellten Grabsteine nur so. Hier zeigt sich das ganze Ausmaß des Betrugs. Die kriminelle Firma hat die vielen Aufträge an ihn weiter gegeben, ohne zu zahlen.
„Das blockiert natürlich komplett die ganze Abwicklung hier auf dem Hof, weil wir die ganze Lagerfläche blockieren, wir können nicht vernünftig be- und entladen."
Sowohl für ihn als auch die Kunden ist der Grabsteinhändler nicht mehr erreichbar. Die Wut bekommt jetzt er zu spüren:
„Wenn ein Kunde bei uns anruft, meine Ware habe ich aber bei deutsche Grabstätten bezahlt, dann tut es mir Leid für den Endverbraucher, aber die Ware wurde bei uns nicht bezahlt. Also sie ist einfach nicht abgenommen, nicht bezahlt worden. Die Rechnung ist bei uns offen. Wir machen dann einen Augen-Zu-Preis."
Mit viel Glück können ein paar Betroffene auch noch auf den guten Willen von Felix Kluwe hoffen. Diese Halle hat er an die kriminelle Firma vermietet. Ein paar Grabsteine sind noch da.
„Wir werden die komplette Waren pfänden und werden das jetzt ausräumen. Wir müssen natürlich für unseren neuen Mieter noch Platz schaffen so schnell wie möglich und dann würden wir das tatsächlich verkaufen müssen.“
Elisabeth Schemann setzt lieber auf die Ermittlungsarbeit der Behörden, damit auf dem Grab ihres Vaters hoffentlich bald ein Grabstein steht.