ER wird offenbar vom Gericht verschont, während SIE für den Rest ihres Lebens wohl nicht mehr dieselbe sein wird, wie vor dem Vorfall - vor der Vergewaltigung.
Es passiert im Februar 2022 nach einer Geburtstagsfeier. Der heute 28- jährige Feuerwehrmann war kurz zuvor von seiner Ehefrau verlassen worden. Er betrinkt sich hemmungslos. Eine Bekannte nimmt ihn nach der Party mit zu sich nach Hause. Die heute 31-Jährige schläft ein. Dann kommt es wohl zur Vergewaltigung.
DIe Staatsanwaltschaft hatte eineinhalb Jahre Haft gefordert. Aber: Der Feuerwehrmann kommt mit elf Monaten auf Bewährung davon.
Martin Eberl, RTL-Reporter: "In der Urteilsbegründung des Gerichts hieß es auch, man wolle den Täter nicht so hart bestrafen, denn bei einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr würde der Feuerwehrmann seinen Beamtenstatus verlieren. Und wörtlich wird die Vorsitzende Richterin zitiert: ,Das wäre eine sehr große Härte.'"
Weil wir die Begründung kaum glauben konnten, haben wir heute morgen nochmal beim Gericht nachgefragt. Man schreibt uns:
Amtsgericht München
"Der Angeklagte hatte sich bereits im Vorfeld zur Hauptverhandlung bei der Geschädigten entschuldigt und im Verlauf der Verhandlung 6.000 € zur Schadenswiedergutmachung auf das Rechtsanwaltskonto des Nebenklagevertreters überwiesen."
Außerdem war der Feuerwehrmann nicht vorbestraft. Dazu betrunken. Und er hat gestanden. All das wirkt sich strafmildernd aus. Sodass am Ende auch Juristen das extrem milde Urteil nach-vollziehen können.
Arndt Kempgens, Rechtsanwalt:
"Natürlich spielt auch die Folge einer Verurteilung für den Angeklagten eine erhebliche Rolle. Und wenn man dazu kommt, dass sozusagen dessen Zukunft total verbaut ist, am Ende ist, dann kann man aus Sicht des Gerichts zu dem Ergebnis kommen, dass das hier gerade noch vertretbar ist."
Die 31-Jährige leidet nach eigenen Angaben bis heute an einem Trauma. Während ihr Vergewaltiger Beamter bleiben und sein Leben als Feuerwehrmann weiterleben darf.