Nein, diese Mieter aus Berlin zeigen uns nicht ihre Wohnungsmiete. Es sind ihre Nebenkostennachzahlungen für das Jahr 2022.
"Hat uns bisschen den Boden unter den Füßen weggezogen."
"Da bin ich schon sehr stutzig geworden."
"Also wir haben schon mit einer Nachzahlung gerechnet, aber nicht in dieser Höhe. Diese Preisexplosion konnten wir uns überhaupt nicht erklären."
Das Wohnungsunternehmen Vonovia rechtfertigt diese Preiserhöhung auch noch unfassbar dreist.
Im Oktober bekommen Miriam und Felix die Heizkostenabrechnung für das Jahr 2022. Für sie ein Schock, dann es sind rund 3700 Euro.
"Wir haben das jetzt erstmal von unseren Rücklagen bezahlt. Das geht natürlich auf Kosten von anderen Dingen, die man sich vorgenommen hat. Wir erwarten jetzt auch Nachwuchs."
Und bei der einmaligen Zahlung bleibt es nicht.
"Die Heizkostenvorauszahlung ab November auf 800€ angepasst. Das ist ungefähr so viel, wie wir an Kaltmiete zahlen."
Für das Paar wären das jährlich 9600€ nur fürs Heizen - Warmwasser wird separat abgerechnet.
Und dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall
Immer wieder gibt es Schlagzeilen über die unverhältnismäßig hohen Nebenkosten des Immobilienunternehmens.
Aber woher kommen die horrenden Preise? Wir haben zu dem Fall aus Berlin bei Vonovia nachgefragt. Sie schreiben uns:
"Es handelt sich [...] um Wohnungen, die Wärme in Form von Contracting bekommen. Vattenfall ist Betreiber und Besitzer der Heizungs-Anlage und Wärmelieferant. Wir als Vonovia gehen für die Kosten der Wärmelieferung in Vorleistung und rechnen die entstandenen Kosten dann im Nachgang im Zuge der Heizkostenabrechnung mit den Mieter:innen ab. Vonovia ist sozusagen nur Vermittler."
Können die Kosten dadurch wirklich so hoch sein? Wir legen die Abrechnungen einem Mieterverein vor
"Als ich gesehen habe, dass hier fast 50 Cent für eine Kilowattstunde Wärme gefordert werden, da bin ich ganz ehrlich fast vom Stuhl gefallen. Weil wir schon gewöhnt sind, dass die Wärmekosten 2022 gestiegen sind aber auf SO einen Betrag - das hab ich echt noch nicht gesehen."
Der Experte rät den Mietern sich Einsicht in die Verträge zwischen Vonovia und Vattenfall geben zu lassen. Denn:
"Es gibt Preisänderungsklauseln, die sich an bestimmten Börsenpreisen und Entwicklungen orientieren, die sind unzulässig. Dann muss ich die Rechnung nicht bezahlen - als Vonovia. Und dann darf ich das auch nicht umlegen."
Die Mieter im Haus haben sich jetzt zusammengeschlossen und die Verträge angefordert. Sie hoffen, dass die extremen Preissteigerungen nicht rechtens sind. Denn sonst bleibt ihnen auf lange Sicht nichts anderes als ein Auszug.