Auch Kinder schauen zu als plötzlich Spieler und Fans um ihr Leben rennen. Dann fallen Schüsse.
Das ganze passiert bei einem Fußball- Spiel in der Kreisliga A im Norden von Essen.
"Da sind so circa 20, 30 Leute von außen auf den Platz gestürmt, haben auch zwei Zuschauer da irgendwo rausgefischt."
Mit einer Hundertschaft riegelt die Polizei den umzäunten Sportplatz ab, nimmt die Namen von 150 Personen auf. Seit Jahren kämpft sie hier gegen die Clan-Kriminalität.
"Und was wir auch hatten. Durchaus auch im Clanmilieu: Dass Sportereignisse genutzt worden sind, um sich an Personen zu rächen und anzugehen."
Der Sohn von Hidir Araz wird gestern verletzt. Der Vater will von einem libanesischen Clan er-presst worden sein, hat angeblich nicht gezahlt. Er nennt - und das ist außer-gewöhnlich - die Namen der Angreifer, die Polizei nimmt heute zwei von ihnen fest.
"Die denken, sie sind eine große Familie. Die haben das Sagen . Man darf die nicht beleidigen. Wer seine Familie beleidigt, kommt ihm 150 Mann. Das haben wir heute auf dem Platz gesehen."
In einem möglichen Strafprozess müssen Namen und Anschuldigungen dann aber auch wiederholt werden. Was aber aus Angst vor den Clans so gut wie nie geschieht.
So war dieser 27jährige Mann angeklagt, weil er bei einer Massenschlägerei einen Mann niedergestochen haben soll. Wegen fehlender oder widersprüchlicher Zeugenaussagen wird er im April freigesprochen. Aus Mangel an Beweisen.