Blaue Flecken, Prellungen, Schmerzen - Manuela E. hat ganz genau dokumentiert, was er ihr alles angetan hat.
"Ich denke, jeder Mensch ist auf der Suche nach Liebe. In dem Fall habe ich sie nicht gesucht."
Im März 2022 nähert Andre H. sich seiner neuen Nachbarin an. Soll dafür sogar einen Einbruch im Keller vorgetäuscht haben.
"Daraufhin hat er mir Sicherheit vermittelt und gesagt: Du kannst dich bei mir sicher fühlen. Wenn irgendwas sein sollte, komm rüber, klingel. Und daraufhin, dass immer viele Probleme in dem Haus gab, habe ich dann zu ihm einen Kontakt gefunden."
Nur ein paar Wochen später sind sie schon ein Paar, tauschen Wohnungsschlüssel aus - Andre H. zeigt nun aber eine ganz andere Seite: Er ist nicht der nette Nachbar von nebenan.
"Sobald ich nicht rangegangen bin oder zu spät von der Arbeit rauskam, war das für ihn schon der handfeste Grund, dass ich ihn betrügen würde. Und ab da ging dann Handgreiflichkeiten los."
Manuela landet bei einer der zahlreichen Verletzungen sogar in der Notaufnahme. Doch sie ist immer in Begleitung ihres Peinigers, der sie zum Lügen anstiftet, sie manipuliert, ihr droht. Ob im Krankenhaus oder auf der Arbeit - keiner darf die Wahrheit erfahren.
"Aber eine Kollegin hat es durchschaut. Und die hat dann auch in Sorge hier in Zwickau beim Frauenschutz angerufen, weil sie nicht mehr weiter wusste, wie sie damit umgehen sollte."
Sich Hilfe holen - Dafür braucht es ganz viel Mut. Mut, den Manuela findet als er ihr mit dem Tod gedroht haben soll. Sie findet Unterstützung bei einer Beratungsstelle für häusliche Gewalt, die 365 Tage im Jahr für Betroffene erreichbar ist.
"Das macht ja auch was mit jemanden und es wird einem eingeredet, man ist nichts wert. Du wirst vielleicht nie wieder jemanden finden. // Und irgendwann, wenn man das immer wieder gesagt bekommt, glaubt man es. Und das ist unwahrscheinlich schwer, da rauszukommen."
Um endlich das Geschehene auch aufarbeiten zu können, braucht die 36-jährige einen Abschluss. Gestern fiel das langersehnte Urteil.
"Der Angeklagte ist der Justiz kein Unbekannter. Er ist schon ein bereits mehrfach verurteilter Frauenschläger, bekam aber allerdings immer wieder Bewährungsstrafen bisher."
Aufgrund seiner insgesamt vier Vorverurteilungen wegen Körperverletzung kennt der Richter in diesem Fall keine Gnade.
"Der Angeklagte ist heute vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Zwickau zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden . Zugleich ist er zur Zahlung von 5.000 € Schmerzensgeld im Verfahren verurteilt worden."
Für Manuela E. hat dieses Kapitel jetzt hoffentlich ein Ende. Andre H. will in Revision gehen, das Urteil anfechten. Der 33-jährige ist mittlerweile übrigens verheiratet und hat ein Kind mit der neuen Frau an seiner Seite...