Sie warten gespannt , dass die Angeklagte rein kommt – ihre ehemalige Mitarbeiterin . Silke H. soll heimtückisch ihren langjährigen Lebensgefährten ermordet haben.
„Ich sehe sie als eiskalte Person an.“
Hier lernen sich die Angeklagte Silke H. und der Koch Tu kennen – im Hotel „Zum Bären“ in Weingarten, Baden-Württemberg. Das war 2007. Sie verlieben sich. Damalige Besitzer des Hotels: Franz und Dagmar Riegger.
„Der Tu war ein sehr sportlicher, sehr fitter junger Mann. Wir haben ihn unheimlich gemocht."
„Also er war sehr, sehr fleißig und mit dem habe ich meine ganzen drei Jahre nie Disput gehabt mit ihm.“
Von der Angeklagten Silke H. hat das Ehepaar keine so gute Meinung:
„Die wollte nicht arbeiten. Ja, da ging es nur darum, dass sie, dass sie frei hat, dass sie Freizeit hat und Geld brauchte. Ja.“
„Ihr habe ich gekündigt, weil Sie einfach, gegen Abend wollte sie die Gäste nicht mehr bediente. Und dann Gutscheine falsch abgerechnet.“
2018 ziehen die Angeklagte und ihr Freund Tu in dieses Häuschen in Ravensburg. Eine ruhige Gegend – wenig Nachbarn, keine Kontakte. Irgendwann fängt Silke H. an zu trinken, mehrere Flaschen Wein, täglich. Und Schnaps. Dann kommen Tabletten dazu – und Schulden. 90 000 Euro sollen es mittlerweile sein.
„Sie hat sich immer auch sehr gerne gut gekleidet und hat sehr edle Taschen immer gehabt.“
Das Geld wurde für Partys, Autos und Motorradtuning-Fahrten ausgegeben, gibt Silke H. kleinlaut zu.
Dann kommt der 22. September letzten Jahres. Laut Staatsanwaltschaft schläft Tu auf dem Sofa, erschöpft nach der Arbeit. Silke H. soll sich heimtückisch herangeschlichen – und ihrem Freund in den Hals gestochen haben - mit einem Messer.
Der 39-jährige verblutet.
„Ich dachte, das kann nicht sein, weil der Tu ist sehr fit, der kann sich wehren. Also er muss wehrlos gewesen sein.“
Silke H. soll dann die Leiche in den Garten geschleppt haben. Und dann wird es dilettantisch : sie holt sich wohl aus dem Baumarkt einen Baukasten für ein Hochbeet – und baut dieses Hochbeet um die am Boden liegende Leiche drumherum – dann schüttet sie Erde darauf. Und meldet ihren Lebensgefährten als vermisst.
„Danach wo der Tu , wo der schon fehlt hat, war sie im Bären beim Essen mit ihrem Hund.
Und wie war sie da?
Sie sei ganz normal gewesen. Aber Entschuldigung schon das alleine ist eiskalt.“
Als sich die Angeklagte in Widersprüche verstrickt, durchsucht die Polizei ein paar Wochen später Haus und Grundstück – der Polizeihund erschnüffelt schließlich den Leichengeruch im Garten. Der tote Koch wird gefunden. Als Grund für die Tötung gab die 36-jährige angeblich an: sie sei unzufrieden gewesen mit der Beziehung. Anfang Mai soll gegen sie das Urteil fallen.