Macht uns das Scheinfasten jünger? RTL macht den großen Test!
Jana ist 43 Jahre alt, Mama einer 10-jährigen Tochter und eines 13-jährigen Sohns. Die Sozialarbeiterin hat bisher eher holprige Erfahrungen mit dem Fasten gemacht. "Ich denke, dass Scheinfasten oder Fasten Light für mich das Richtige ist, weil ich auch Kinder und Familie habe und die müssen essen und auch ich muss essen, weil ich viel arbeite und ich glaube, das ist eine gute Alternative zum richtigen Fasten für mich."
Auch die 57-jährige Gaby wagt sich an unser Scheinfasten-Experiment. Die Pharmareferentin lebt mit ihrem Hund Kito in Berlin.
"Wenn meine biologische Uhr dann vielleicht so ein bisschen rückwärtslaufen würde, dann das würde mir gut gefallen. Dass ich mich fitter fühle."
Und genau das soll laut US-Forschern möglich sein! Dazu bestimmen wir aber erstmal das biologische Alter per Blutprobe. Das Laborergebnis:
Jana ist 43 Jahre alt und ihr biologisches Alter entspricht dem auch. Gaby ist sogar jetzt schon, biologisch gesehen, deutlich jünger als ihr tatsächliches Alter: 50 statt 57 Jahre. Ob unser Experiment sie NOCH jünger machen kann?
Grundsätzlich können wir sehr viel für unser biologisches Alter tun, weiß Ernährungsmedizinerin Dr. Antonia Stahl:
"Es gibt Studien, dass man im mittleren Alter, dass wir jetzt eine 50-jährige, eine 50-Jährige durchaus und Biomarker haben können wie eine 20-jährige. Und zwar dann, wenn sie sich gesund ernährt, wenn sie Sport treibt, wenn sie Fitness, wenn sie aktiv ist, wenn sie auf sich achtet und vielleicht auch, wenn sie genetisch ein bisschen Glück gehabt hat."
Im nächsten halben Jahr werden Gaby und Jana jetzt jeweils 5 Tage im Monat Scheinfasten:
Am ersten Tag wird die Kalorienzufuhr auf 1200 Kalorien reduziert, an den nächsten 4 Tagen auf knappe 800. Erlaubt sind zum Beispiel Nüsse, Gemüse, Brühen und Tees. Vor allem wichtig: wenig Kohlenhydrate und kaum Eiweiß, denn diese Makronährstoffe könnten bestimmte Stoffwechselprozesse aktivieren, die das Fasten unterbrechen könnten.
"Wir haben ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele Erkrankungen, die durch Übergewicht und Adipositas entstehen. Wir wissen, dass sehr viele dieser Erkrankungen unsere Lebenszeit verkürzen, ergo unser biologisches Alter hochsetzen. Und da ist Fasten natürlich gut an. Der Vorteil beim Scheinfasten ist deswegen auch der Name Scheinfasten ist, dass sie trotzdem etwas essen und dass sie nicht auf null gehen müssen und dann gar nichts im Magen haben und damit leben müssen, sondern bestimmte Lebensmittel wählen und dadurch auch trotzdem Mahlzeiten zu sich nehmen."
Diese Kalorienreduktion führt dazu, dass ungefähr am Tag 3 die sogenannte Autophagie einsetzt - eine Art Frühjahrsputz der Zellen. Das verjüngt und beugt Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Demenz vor.
Das nächste halbe Jahr nehmen uns Gaby und Jana im Videotagebuch mit, am Anfang ist die Motivation noch groß.
"So jetzt hab ich mal schon mal ein paar Sachen eingekauft für meine Scheinfasten-Tage: Zucchini, veganen Joghurt. Hafermilch mit Joghurt. Kokosmilch finde ich richtig lecker."
"Heute ist mein erster Tag vom Fasten Light. Und ja, das gibt es heute zum Frühstück, ein Glas Wasser, Nüsse, Tomaten mit Kohlrabi und Schnittlauch und dazu Joghurt mit Banane und Müsli. Ich bin gespannt, ob ich lange satt bleibe." An Tag 2 kommt bei Jana erstmal ein kleines Tief:
"Ich bin sehr müde, weil mir doch der Zucker fehlt, die Kohlenhydrate. Das merke ich jetzt. Zum Abendessen gibt es Maiskolben, Avocado, Tomate, Gurke, Butter."
Doch auch Gaby fühlt sich in den nächsten Monaten in den Fastenperioden oft energielos: "Ich habe festgestellt, dass während des Scheinfastens ja Sport doch ein bisschen zu anstrengend für mich ist und deswegen gehe ich umso lieber spazieren."
Deshalb empfiehlt Ernährungsexpertin Dr. Antonia Stahl auch, die Fastenzeit gut zu planen:
"Wenn Sie fasten wollen, dann müssen Sie eine. Ich nenne das immer eine Auszeit von Ihrem Alltag nehmen, der ja oft bei uns durch Stress, durch Zeitdruck, durch körperliche Anstrengung geprägt ist und dann muss man eine Pause nehmen und sich zurückziehen, sich auf sich selbst besinnen, gucken, wie fühle ich mich?"
Das fällt unseren beiden Testerinnen aber ziemlich schwer! Und für Jana kommt es noch schlimmer: Unabhängig vom Scheinfasten platzt ihr Blinddarm, sie wird notoperiert und muss das Fasten einen Monat aussetzen, bevor sie weitermachen kann.
Nach einem halben Jahr treffen wir die beiden Frauen wieder.
"Das Fasten light für mich war schon anstrengend, weil ich es nicht gewohnt bin, auf irgendwelche Nahrungsmittel zu verzichten und dass es mir schon sehr schwergefallen, weil ich zwischendurch auch größere Hungergefühle hatte oder mich schlapp gefühlt habe."
"Das Scheinfasten war an sich eine gute Sache und ich konnte das, sofern ich freihatte und nicht arbeiten musste, ganz gut umsetzen. Man braucht halt ein bisschen Geduld, aber das kommt, also irgendwann fühlt man sich auch energievoller, obwohl man weniger isst."
Beide haben vor und nach dem Experiment ihr biologisches Alter bestimmen lassen. Jana ist eigentlich 43 Jahre alt. Ihr biologisches Alter lag vor einem halben Jahr bei 43 und ist jetzt auf 44 gestiegen, was durch die Unterbrechung, die Operation und Medikamente zu erklären ist.
Gaby ist 57, ihr biologisches Alter lag vor dem Experiment bei 50 und ist jetzt sogar auf 53 gestiegen!
"Ich denke, es liegt daran, dass ich einfach in den anderen dreieinhalb Wochen sehr wenig dann auf meine Ernährung geachtet habe, weil ich so das Gefühl hatte, ich hole jetzt alles irgendwie nach, was ich in den fünf Tagen nicht essen durfte."
"Wenn ich fünf Tage weniger und dann aber fünf Tage übermäßig über meinen Bedarf esse, dann hat sich das genullt."
Oder – wie in Gabys Fall – ihr biologisches Alter sogar erhöht! Sie würde daher auch nicht nochmal Scheinfasten. Im Gegensatz zu Jana:
"Das Scheinfasten hat mir den Bezug gebracht, dass ich im Allgemeinen mehr auf meine Ernährung achte und mehr auf diese Gemüsesachen und so zurückzugreifen. Am Wochenende, wenn ich Lust dazu hab oder mal im Urlaub, dann mache ich das gerne wieder."
Auch wenn beide Frauen nicht jünger geworden sind: Zumindest hat unser Experiment ihnen geholfen, sich zumindest für einen bestimmten Zeitraum bewusster zu ernähren. Und das ist schon mal ein guter Anfang.