Hat Leo erstmal einen Spot gefunden, versteckt er den Umschlag ganz schnell. Wie die anderen Erfinder von "Hansecash" will der 31-Jährige unerkannt bleiben. Denn das ganze Spiel soll so geheimnisvoll wie möglich sein.
{OT Leo, Hansecash-Initiator TC 19:03}
"Das läuft so ab, dass wir in irgendeinen Stadtteil fahren, relativ zufällig gewählt und ein geeignetes Versteck suchen für ein kleines Geld versteckt, das dort verstecken, uns dabei filmen, wie wir es verstecken. Ein kleines, meist etwa circa zwölf sekündiges Video davon machen und das dann im Anschluss hochladen. Und sobald die Leute das auf unserer Seite sehen, können sie sich auf die Suche machen und das Versteck finden."
Die Idee hat er sich gemeinsam mit vier Freunden in anderen Städten, wie Wien oder Berlin abgeguckt.
{OT Leo TC 01:33}
"Wir haben gesehen, wie viel Freude diese Form der Schnitzeljagd den Leuten macht und haben dann relativ spontan entschlossen, das für unsere Stadt umzusetzen."
Erst seit Februar gibt es den Account. Mitterweile hat der über 20 Tausend Follower.
Doch warum machen Leo und seine Freunde das? Sie zahlen schließlich alles aus eigener Tasche und geben ihr Geld an Fremde.
{OT Leo, Hansecash-Gründer
TC 14:34}
"Also wir sind ja fünf Leute insgesamt. Und meistens verstecken wir 10 €. Das sind grob hochgerechnet im Monat 300 € und zu fünft ist das gut realisierbar. Wir haben alle einen normalen Job und auf die Weise ist das finanziell auf jeden Fall von uns tragbar aktuell. Und es macht uns so viel Spaß, dass wir das, dass wir das Geld in der Form gerne investieren."
Denn für die Hamburger ist das Geld bei der Aktion nur Nebensache.
{OT Leo TC 2:31}
"Darum geht es natürlich auch. Aber es steht nicht im Vordergrund, sondern viel mehr so ein bisschen dieser Lokalpatriotismus, also in seiner eigenen Stadt sein eigenes Viertel wiederzuerkennen, da schnell hin zu laufen. Im besten Falle dann das Versteck noch als erster zu finden."
Mal schauen, wie schnell das heute funktioniert. Täglich sind Leo und sein Team in anderen Stadtteilen unterwegs. Das heutige Versteck: Der Wasserturm in Lokstedt.
Das Hinweisvideo landet in der Instagram-Story und dann dauert es nur knapp sechs Minuten, bis der erste um die Ecke kommt. Gesucht - Gefunden!
{OT Jason Ranke, Student
TC 20:04}
"Ich habe es vor drei Minuten gesehen. Ich wohne hier in der Nähe. Ich wollte eigentlich nach Hause, einen gemütlichen Tag machen. Und ja, jetzt bin ich doch hier gelandet. Bin extra ja gejoggt."
Na das hat sich ja gelohnt. Die zehn Euro gehören jetzt ihm. Wie alle Gewinner landet Jason damit auch in der Story. Nur wenige Minuten später hofft schon der nächste, sich das Geld unter den Nagel reißen zu können. Die Enttäuschung hält sich dann aber in Grenzen:
{OT Felix Roll, Student und Nofallsanitäter
TC 25:51}
"Naja , nicht schnell genug gewesen, aber es ist halt lustig. Hat Spaß gemacht und ist halt witzig, wenn man die Orte kennt."
Und darum geht es den Machern ja auch! Zukünftig wollen Leo und seine Freunde auch Kooperationen mit Unternehmen starten - damit die Hamburger dann nicht nur Geld, sondern auch Gutscheine für Restaurants oder Cafes finden können, auf Schnitzeljagd durch die Stadt.