Leere Teller und glückliche Gesichter in der Hauptstadt. Bei der Lebensretter-Party von Geo und dem WWF werden drei Gänge aufgetischt - produziert aus Abfällen.
Dirk Steffens, Geo-Umweltexperte:
"Die meisten Menschen denken ja Autoverkehr, Fliegen, Kohlekraftwerke sind die größten Ökoprobleme. Nein nein, es ist unser Essen. Da wir damit ja nicht aufhören können müssen wir schauen, wie können wir das klüger produzieren und besser, effizienter verwerten. Und darum geht es heute."
Wir wollen wissen: Haben Sie Bedenken, das Müll-Menü zu essen?
Passanten:
"Keine Bedenken, das ist alles frisch! Ich kann nur sagen fantastisch. Da fehlen mir die Worte, das ist mega lecker."
Etwa 5.000 Menschen nehmen an der Aktion in Berlin teil. Dass auch wir Normalos mit unserem Einkauf und Essverhalten einen Unterschied machen können, ist bei den meisten angekommen.
Passanten:
"Habe einen Joghurt gegessen, der ein halbes Jahr drüber war. Und überlebt."
"Was wir wegwerfen, die Ressourcen fehlen in anderen Ländern. Und das ist gut, dass das Umdenken hier schon stattgefunden hat."
"Kommt schon vor, dass wir mal was wegwerfen, aber wir versuchen das so gut es geht zu vermeiden."
"Wir gehören noch zu der Generation die kein Essen wegwirft. Im Zweifelsfall wenn wir irgendwas nicht konsumieren können frieren wir es ein."
Im Schnitt landen in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne: für 59 Prozent sind wir, also private Haushalte verantwortlich, 17 Prozent kommen aus der Gastronomie, 15 Prozent aus der Lebensmittelindustrie und 7 Prozent werfen Supermärkte weg. Ein Teil wird gespendet - zum Beispiel an die Tafeln. Doch die Hürden dafür sind immer noch zu hoch, warnen Umweltschützer.
Heike Vesper, WWF Mitglied der Geschäftsleitung:
"Die Abgabe wird nicht leicht gemacht. Da gibt es Haftungsbeschränkungen, gesetzliche Vorgaben. Und das müsste erleichtert werden."
Dieser Lebensmitteldiscounter in Hamburg arbeitet bereits mit den Tafeln zusammen und will künftig noch mehr gegen die Abfallberge tun. Auch krummes Gemüse landet in den Regalen, Lebensmittel, die kurz vorm Ablaufdatum stehen, werden günstiger angeboten.
Christina Stylianou, Pressesprecherin Netto:
"Klimaschutz und Lebensmittelverschwendung hängen für uns ganz eng zusammen(...) Wir haben da gerade Ende Juni nochmal eine Selbstverpflichtung unterschrieben, dass wir eben bis 2030 auch die Abfälle weiter um 50 Prozent reduzieren wollen."
Schön schlemmen - wie hier in Berlin - statt schlecht werden lassen - die Experten von WWF und Geo betonen: Wir Bürger haben den Hebel in der Hand! Wer seinen Kühlschrank besser managed, spart Geld und rettet Lebensmittel