In unserer Wochenserie greifen wir tief in die Trickkiste und fragen die Frankfurter Psychotherapeutin Miriam Hoff. Heute zum Thema: Jugendliche in der Krisenzeit.
Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine prasseln schlechte Nachrichten nur so auf uns ein – gerade für Jugendliche, die einen Großteil des Tages online sind, kann das schwierig werden.
OT Miriam Hoff
„Da wird man von einer Informationsflut konfrontiert. Und gerade Jugendlichen fällt es da schwer sich zu distanzieren. Also wir erleben es in den ambulanten Praxen, dass die Jugendlichen massive Ängste vor einem Krieg haben, vor einem Weltkrieg haben. Und sich das gegenseitig so hochpushed, dass es die Jugendlichen sich unheimlich verrückt machen damit.“
Auch die finanzielle Krise belastet die Jugendlichen massiv: Viele sind von Schuldgefühlen belastet, wenn sie Geld ausgeben und merken, dass es bei den Eltern gerade knapp ist.
„Man muss auch bedenken, dass die Psyche der Jugendlichen durch die letzten zwei Jahre sehr angeschlagen. Und jetzt kommen noch finanzielle Angst und Kriegsangst dazu. Das führt dazu, dass…
Als Eltern ist es laut Expertin wichtig den Ängsten der Kinder zuzuhören und dem ganzen Raum zu geben. Aber:
OT Miriam Hoff
„Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, das zu begrenzen und zu verweisen auf das, was im hier und jetzt schön ist. Dass sie trotz allem ein Recht haben auf eine glückliche Jugend. Und das noch zu forcieren, indem man sie zu Sportvereinen fährt, indem ich Möglihckeiten schaffe, dass sie ihre Freunde treffen können, dass sie feiern dürfen. Trotz oder gerade wegen der Schwere, die auf den Jugendlichen lastet.“
Die Krisenzeit kann aber auch etwas Positives bewirken, wenn man zum Beispiel aktiv wird:
OT Miriam Hoff
„Kann ich eventuell innerhalb meiner Shcule eine Spendenaktion gründen… kann ich eine Kuchenbackaktion starten und die Einnahmen dann den Flüchtlingen… All das sind Dinge, die wurden schon in Schulen praktiziert… weg von der Ohnmacht und Hilflosigkeit, hin zu aktiv werden.
Wichtig ist es außerdem in der Flut von schlechten Nachrichten nicht unterzugehen und es im Alltag zu schaffen den Fokus auch auf die positiven Dinge zu richten.
OT – unterschneiden mit Knöpfen
„Da gibt’s dann viele Möglihckeiten das zu verstärken. Zum Beispiel ein Dankbarkeitstagebuch… Aber auch die Happy Knöpfe…
Sollte man im Alltag von Panik überrollt werden, ist es wichtig sich schnell beruhigen zu können. Hier hilft zum Beispiel die 4 S- Technik: Die Körperübung besteht aus vier Schritten: Der Schmetterlingsumarmung bei der man sich auf die Brust klopft, dann über die Arme streicht, schaukelt und anschließend ein sonoren Summton von sich gibt.
Und Miriam Hoff hat noch einen weiteren Tipp für mehr Glücksgefühle:
OT Miriam Hoff
„Auch in den Krisenzeiten ist es ganz wichtig, wenn wir uns eine Challenge setzen einfach mal 29 Tage am Stück nur schöne Sachen für den Nächsten zu machen… es gibt so viele Dinge, die beim gegenüber eine positive Resonanz auslösen und uns wieder glücklich machen.“
Wichtig ist es also Positives in unser Leben zu holen und die glücklichen Momenten in Krisenzeiten noch mehr wertzuschätzen.