Fünf Mädchen und ein Junge sollen sich in Wuppertal über Monate hinweg freiwillig prostituiert haben, um sich etwas dazu zu verdienen. Sie sollen sich dann selbst ihre mutmaßlichen Zuhälter gesucht haben: Calvin S. und Hendrik V., besser bekannt als Mitglieder der Gucci-Gang:
"Unsere Tatverdächtigen sollen die Räume bereit gestellt haben, sollen die Werbeanzeigen in einschlägigen Foren geschaltet haben und dann aber auch das Geld kassiert haben, was es von den Freiern gab" (O-Ton Staatsanwalt)
Calvin S. und Hendrik V. wurden 2019 bekannt - nach ihrer brutalen Attacke auf Ali Polat. Ein Rentner, den sie in den Rollstuhl prügelten. Vor wenigen Wochen ist der Mann gestorben.
Für die Tat bekommen die beiden Teenager damals zwei Jahre und vier Monate Jugendknast. Zu wenig für den Sohn des Opfers.
"Ich hätte schon gedacht, dass die eine höhere Strafe bekommen, weil ich nach wie vor davon ausgehe, dass diese Intensivtäter eine Ge-fahr für unsere Gesellschaft darstellen werden. " (O-Ton vom Sohn des Opfers
"Trotz vieler Geschichten die in Gefängnissen laufen, um Jugendliche zu resozialisieren, passieren doch die Situationen so, dass sie dort andere Menschen kennenlernen zum Teil noch viel gefährlicher werden und wenn sie dann rauskommen, den Moment nutzen und dann sofort wieder einsteigen mit ihrer kriminellen Karriere" (O-Ton Diplom-Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg)
Und tatsächlich:
Schon kurz nachdem die beiden Gucci- Gang-Schläger wieder frei waren, sollen die heute 18- und 19-Jährigen wieder straffällig geworden sein. Diesmal geht es - wie gesagt - um Zuhälterei und Menschenhandel.