Theodor hat alle Hände voll zu tun. Bei der Gartenarbeit ist der 5-jährige hochkonzentriert.
O-Ton Jan Daniel Hinzmann: "Wir haben den Garten ja erst vor zwei Jahren übernehmen können, nachdem wir über zehn Jahre auf der Warteliste ja auch verbracht hatten und immer darauf gehofft hatten, dass das wir an so was auch mal rankommen werden."
Doch dieses Biotop mitten in der Stadt soll jetzt plattgemacht werden. Insgesamt 23 Kleingärten am Goldbekufer in Hamburg müssen weg, damit hier ab 2026 Baustellenfahrzeuge und Geräte parken können, während die U5 gebaut wird. Eine neue U Bahn Linie, die einmal quer durch die Hansestadt führen soll. Ein wichtiges Vorhaben, das auch Hobbygärtner Sebastian Freudendal grundsätzlich unterstützt.
O-Ton Sebastian Freudendahl: "Es ist von der Sache her gar nicht mal so schlecht mit der U5, finde ich auch echt super. Aber diese geplante Baustelleneinrichtungs-Fläche hier zu machen ist irgendwie relativ fragwürdig für mich."
Der 45-jährige hat sich schon als Jugendlicher auf die Warteliste für einen Kleingarten setzen lassen. Er hat früher selbst hier gespielt, heute ist es sein Sohn Karl. Sein, wie er sagt, grüner Zweitwohnsitz bedeutet ihm:
O-Ton Carl Freudendahl: "Echt viel. Eigentlich fast mein ganzes Leben. Ich bin hier, seitdem ich geboren bin. Es ist traurig. Ich würde mich auch gerne hier anketten. Ist mir egal."
Die Hamburger Hochbahn hat verschiedene Flächen im Stadtgebiet geprüft. Diese Vorschläge aber hat das Bezirksamt Nord abgelehnt.
Aufsager Laura Rihm: "Auf den Flächen, die die Hochbahn für die Baustelleneinrichtung vorgeschlagen hatte, befindet sich ein Spielplatz, ein Sportplatz und ein Fußballplatz. Der Bezirkssprecher erklärte mir, dass diese soziale Infrastruktur zu wichtig und zu hochwertig sei und deshalb für die Öffentlichkeit erhalten bleiben müsse. Er versprach aber auch für alle Betroffenen Kleingärten Ersatz zu schaffen."
Wo dieser entstehen soll, wissen die Pächter bisher nicht. Die Hamburger Hochbahn hat trotz Prüfung alternativer Flächen, keine andere Lösung gefunden und hat auch schon weitere Pläne ....
Texttafel Hamburger Hochbahn AG: "Für die Fläche im Bereich Goldbekufer spricht insbesondere, dass diese ohnehin zukünftig durch die vorgesehene Wohnbebauung umgenutzt werden wird."
Das bedeutet: Erst wird die Fläche zum Abstellen von Baustellenfahrzeugen genutzt. Danach sollen dort Wohnungen gebaut werden.
Die Kleingärtner haben sich zusammengetan und schon über 1600 Unterschriften gesammelt. Bis Mitte Dezember darf es hier erst einmal nicht weitergehen mit der Planung. Insgesamt wollen sie über 5000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammenbekommen. Auch Familie Hinzmann hat schon unterschrieben, damit die Bagger doch noch vor ihrem Garten Halt machen.