Zwei Jahre und neun Monate Haft hatte die Staatsanwaltschaft für SIE gefordert. Für das, was Annalena S. mehreren kleinen Kindern angetan hat.
Aber anstatt ins Gefängnis zu gehen, bleibt die Erzieherin auf freiem Fuß!!!
OT Teresa R.,
Mutter
Ist erschütternd zu sehen , wenn solche Menschen vor und nach dem Prozess lachen . Es ist für uns Eltern kein Moment des Lachens .
sagt uns Teresa R. kurz nach dem Urteil - Ihr damals einjähriger Sohn wurde Ende 2021 von seiner Erzieherin aus einem Hochbett gerissen - die Folge: Ein dicker Bluterguss am Auge.
RÜCKBLICK
Schon vor gut einem Monat treffen wir Teresa R. und ihren Mann Ulrich zum Interview.
OT Mutter
Mir hat es den Boden unter den Füssen weggerissen , weil es ist so , ich kann mir nichts Schlimmeres ausmalen
OT Vater Ich sage jetzt im Nachhinein ist es eben falsch , blind zu vertrauen . Ich hatte das auch definitiv gehabt , aber im Prinzip muss man immer vorsichtig sein .
Den Eltern habe man damals erzählt, ihr Sohn hätte sich an der Tischkante gestoßen und deshalb eine Beule. Für Teresa und Ulrich R. schien das plausibel:
OT Vater
Man kennt unser Kind , ist ein sehr aktives Kind, daheim fällt es auch oft hin , hat blaue Flecken und hin und her . Da denkt man gar nicht dran , wenn man blaue Flecke ist War das in der Kita . Also für mich war es absolut undenkbar , dass du irgendwas überhaupt von Erzieher Seite gekommen ist.
Ihr Sohn ist damals noch zu klein, um zu erzählen, woher die die Beule tatsächlich kam.
Erst rund ein Jahr nach der Tat erfahren die Eltern von dem Vorfall. Denn erst DANN meldet DIE MITANGEKLAGTE Gruppenleiterin, was in der Kita vor sich geht.
OT Vater
"Man denkt sich ja , das kann erst mal gar nicht sein . Und zweitens , wenn man so was kommuniziert hätte , hätte man ja sofort was dagegen unternehmen können."
Insgesamt vier Kinder zwischen 18 Monaten und 2 Jahren waren von ähnlichen Vorfällen betroffen.
Stefanie N. wusste Bescheid, aber hat das Verhalten ihrer Kollegin lange Zeit nicht gemeldet. Im Prozess entschuldigt sie sich dafür.
OT Norman Jacob,
Verteidiger
Meine Mandantin macht sich da vor allem selber große Vorwürfe . Kann sie vielleicht auch ein Stück weit gar nicht selber erklären , wie es dazu kommen konnte . Aber ich meine , sie hat jetzt das getan , was man erwarten kann , hat aufgeklärt und ich meine , dann ist das damit auch nicht erledigt . Aber man kann ihr verzeihen .
Das bleibt wohl den betroffenen Eltern überlassen. Das Gericht jedenfalls verurteilt die 37 Jährige wegen Unterlassens zu einer Geldstrafe von insgesamt 7.500 Euro.
Die hauptangeklagte Annalena S. bekommt 1 Jahr und 10 Monate Haft auf Bewährung - darf sich insgesamt drei Jahre nichts zu Schulden kommen lassen. Und: Sie muss insgesamt 6000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.